Die Campingtoilette wird nach Sitzhöhe und Tankgröße gekauft. Benutzt wird sie zwei Minuten am Tag. Getragen wird sie fünfzehn.
Die Zahl, um die es geht
Wasser wiegt ein Kilogramm je Liter. Der Inhalt eines Abwassertanks ist im Wesentlichen Wasser. Daraus folgt direkt aus unserem Datensatz:
| Tank | Modelle | voll etwa |
|---|---|---|
| 10 l | Porta Potti 335 | 10 kg |
| 12 l | Porta Potti 145, 345 | 12 kg |
| 14–17 l | Enders Comfort, Deluxe | 14–17 kg |
| 21–22 l | Porta Potti 165, 365, 565P/E, Enders Supreme | über 22 kg |
Ein voller 22-Liter-Tank ist damit schwerer als ein Feldbett mitsamt Verpackung — und er wird an einem Griff getragen, über eine Wiese, in eine Richtung, aus der man nicht abkürzen kann.
Das ist das stärkste Argument für einen kleineren Tank, das in keinem Produktvergleich steht: Häufiger leeren mit 10 Kilo ist auf einem großen Gelände angenehmer als einmal schleppen mit 22.
Wohin der Inhalt darf — und wohin nicht
- In eine ausgewiesene Entsorgungsstation für Chemietoiletten. Auf Campingplätzen ist das ein bodennahes Becken mit Spülschlauch. Das ist der einzige vorgesehene Ort.
- In eine normale Toilette mit Anschluss an die Kanalisation — wenn der Sanitärzusatz dafür freigegeben ist. Das steht auf der Flasche, und es steht dort nicht immer.
- Nicht ins Dixi. Eine mobile Toilette hat selbst einen Sammeltank, keinen Abfluss. Der Inhalt landet dort nur woanders, und das Personal hat es auszubaden. Mehr zum Thema unter Dixi-Klo.
- Nicht in einen Gully, nicht ins Gebüsch, nicht in den Graben. Straßeneinläufe führen vielerorts direkt in ein Gewässer. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern Gewässerverunreinigung.
- Nicht in eine Kleinkläranlage, ohne zu fragen. Klassische Sanitärzusätze sind darauf ausgelegt, biologische Aktivität zu hemmen — genau das, wovon eine Kläranlage lebt.
Der Punkt, der vor der Anreise geklärt gehört
Viele Festivalgelände haben gar keine Entsorgungsstation für Chemietoiletten. Ein Zeltplatz auf einer gemähten Wiese hat Dixis und Wasserzapfstellen — beides ist keine Entsorgungsmöglichkeit.
Wer das nicht vorher klärt, steht am Sonntag mit 22 Kilogramm vor einem Problem, für das es auf dem Gelände keine legale Lösung gibt. Drei Wege:
- Beim Veranstalter nachfragen. Eine Mail vor der Anreise, und die Frage ist beantwortet. Das gehört auf dieselbe Liste wie die Frage nach Stromanschluss und Kühlmöglichkeit — siehe Anreise und Aufbau.
- Tank kleiner wählen und die Rückfahrt einplanen. Ein 10- oder 12-Liter-Tank lässt sich sauber verschlossen im Kofferraum transportieren und zu Hause oder an einer Autobahnraststätte mit Ver- und Entsorgungsplatz leeren.
- Trenntoilette statt Chemietoilette. Sie trennt Flüssiges von Festem; der feste Anteil kommt in einen Beutel mit Einstreu und in den Restmüll, der flüssige lässt sich einfacher entsorgen. Kein Sanitärzusatz, kein Sammeltank, der schwappt. Dafür mehr Aufwand pro Nutzung.
Zwei Zusätze, zwei Tanks — die werden verwechselt
Beide Hersteller in unserem Feld verkaufen jeweils zwei verschiedene Flüssigkeiten, und sie gehören in verschiedene Tanks:
- Für den Abwassertank (unten). Bindet Geruch und hält den Inhalt fließfähig, damit er sich ausgießen lässt. Thetford führt die Reihe als Aqua Kem, Enders als ENSAN Blue beziehungsweise Green.
- Für den Spülwassertank (oben). Hinterlässt einen Gleitfilm in der Schüssel und riecht angenehm. Thetford Aqua Rinse, Enders ENSAN Rinse.
Die Hersteller unterscheiden zusätzlich zwischen klassischen Zusätzen und solchen, die als biologisch abbaubar beworben werden — bei beiden Marken an den Namen „Blue“ und „Green“ erkennbar. Was tatsächlich enthalten ist und wohin der Inhalt damit darf, steht auf dem Etikett und im Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Produkts. Wir geben hier keine Zusammensetzungen wieder, die wir nicht aus dem Datenblatt haben.
Das Toilettenpapier ist kein Detail
Beide Hersteller verkaufen ein eigenes, schnell zerfallendes Papier — Thetford Aqua Soft, Enders ENSAN White. Das ist kein reines Zubehörgeschäft:
Normales Toilettenpapier zerfällt langsam. Im Abwassertank bildet es Klumpen, und die bleiben beim Ausgießen im Auslaufstutzen hängen. Der Moment, in dem das passiert, ist der unangenehmste des ganzen Wochenendes. Ein schnell zerfallendes Papier kostet wenige Euro und löst das Problem, bevor es entsteht.
Sieben Dinge, die das Entleeren erträglich machen
- Einweghandschuhe. Zwei Paar, sie kosten nichts und sind der Unterschied zwischen einer Aufgabe und einer Überwindung.
- Den Entlüftungsknopf drücken. Jeder Ausgießstutzen hat einen. Ohne ihn zieht ein Unterdruck den Inhalt zurück, und es gluckert im falschen Moment.
- Stutzen nach unten, dann drehen. Erst ausrichten, dann kippen. Nicht umgekehrt.
- Nachspülen, solange man am Wasserhahn steht. Ein halbvoller Tank Wasser, einmal schwenken, nochmal ausgießen.
- Zusatz direkt wieder einfüllen. Ein leerer, trockener Tank riecht nach zwei Stunden in der Sonne stärker als ein frisch angesetzter.
- Nicht in der Apsis stehen lassen. Über 40 Grad sind dort im Sommer normal, siehe Hitze im Zelt. Geruch entsteht schneller, als jeder Zusatz ihn bindet.
- Tagsüber leeren, nicht nachts. Entsorgungsstationen sind unbeleuchtet, und der Weg dorthin führt über eine Wiese voller Abspannleinen.
Was wir noch nicht wissen
- Die Wassermenge je Spülung. Ohne sie lässt sich aus der Tankgröße keine Standzeit rechnen. Kein Hersteller nennt sie. Mit einem Messbecher messbar und auf unserer Liste.
- Wie lange ein angesetzter Tank geruchsfrei bleibt. Die Dosierempfehlungen der Hersteller nennen Menge je Tankgröße, aber keine Standzeit bei welcher Temperatur.
- Wie verbreitet Entsorgungsstationen auf deutschen Festivalgeländen sind. Wir fragen das bei den Veranstaltern der großen Festivals ab und tragen die Antworten hier nach.
Häufige Fragen
Wo darf man eine Campingtoilette entleeren?
In einer ausgewiesenen Entsorgungsstation für Chemietoiletten — auf Campingplätzen ein bodennahes Becken mit Spülschlauch. In eine normale Toilette mit Kanalanschluss nur dann, wenn der verwendete Sanitärzusatz dafür freigegeben ist; das steht auf der Flasche. Nicht ins Dixi, das selbst einen Sammeltank hat. Nicht in einen Gully, weil Straßeneinläufe vielerorts direkt in ein Gewässer führen. Und nicht in eine Kleinkläranlage, ohne vorher zu fragen.
Gibt es auf Festivals eine Entsorgungsstation?
Oft nicht. Ein Zeltplatz auf einer gemähten Wiese hat Dixis und Wasserzapfstellen, und beides ist keine Entsorgungsmöglichkeit. Das gehört vor der Anreise beim Veranstalter geklärt — auf dieselbe Liste wie Stromanschluss und Kühlmöglichkeit. Wer keine Antwort bekommt, wählt einen kleineren Tank und plant die Entsorgung für die Rückfahrt ein: Ein 10- oder 12-Liter-Tank lässt sich verschlossen transportieren.
Welche Sanitärflüssigkeit für welchen Tank?
Zwei verschiedene. In den Abwassertank unten kommt ein Zusatz, der Geruch bindet und den Inhalt fließfähig hält — bei Thetford die Aqua-Kem-Reihe, bei Enders ENSAN Blue oder Green. In den Spülwassertank oben kommt ein Spülzusatz, der einen Gleitfilm in der Schüssel hinterlässt: Aqua Rinse beziehungsweise ENSAN Rinse. Was genau enthalten ist und wohin der Inhalt damit entsorgt werden darf, steht auf dem Etikett und im Sicherheitsdatenblatt.
Braucht man spezielles Toilettenpapier?
Es lohnt sich. Normales Toilettenpapier zerfällt langsam und bildet im Abwassertank Klumpen, die beim Ausgießen im Auslaufstutzen hängen bleiben. Beide Hersteller verkaufen ein schnell zerfallendes Papier für wenige Euro — Thetford Aqua Soft, Enders ENSAN White. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen Zubehör vom Hersteller sein Geld wert ist.
Wie schwer ist ein voller Abwassertank?
Rund ein Kilogramm je Liter, weil der Inhalt im Wesentlichen Wasser ist. Ein 10-Liter-Tank wiegt also etwa 10 kg und lässt sich einhändig tragen, ein 22-Liter-Tank über 22 kg. Getragen wird er an einem Griff über eine Wiese bis zur Entsorgungsstation, die auf großen Geländen mehrere hundert Meter entfernt liegen kann. Das ist das stärkste Argument für einen kleineren Tank.
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