Batterielaufzeit-Rechner: wie lange die Kühlbox wirklich läuft

Die Kapazität auf dem Gehäuse ist nicht das, was ankommt. Zwischen der Zahl und der Kühlbox liegen drei Abzüge, und zusammen halbieren sie das Ergebnis oft.

Wh
W
–Wh nutzbar
–Wh Verbrauch je Tag
–Tage

Wie gerechnet wird

Nutzbare Energie = Kapazität × Entladetiefe × Wirkungsgrad des Wegs. Die Entladetiefe ist der Anteil, den man einem Speicher entnehmen kann, ohne seine Lebensdauer erheblich zu verkürzen. Die hinterlegten Werte — 30 % für Starterbatterien, 50 % für Versorgungsbatterien, 90 % für LiFePO4 — sind Erfahrungswerte aus Hersteller- und Fachliteratur, keine Norm.

Tagesverbrauch = Leistung × 24 Stunden × Einschaltdauer. Ein Kompressorkühlgerät läuft nicht durchgehend, sondern taktet; die voreingestellten 30 % sind ein Mittelwert und hängen stark von Außentemperatur, Solltemperatur und Öffnungshäufigkeit ab.

Der Weg zum Verbraucher: Was mit 12 V läuft, sollte an 12 V laufen. Jede Wandlung auf 230 V kostet den Wirkungsgrad des Wechselrichters, üblich sind 85 bis 92 Prozent bei guter Auslastung und weniger in Teillast.

Was hier nicht drinsteckt: der Leerlaufverbrauch von Wechselrichter und Speicher, Kapazitätsverlust bei Kälte und die Alterung des Akkus. Alle drei senken das Ergebnis, und keiner der Hersteller in unseren Feldern beziffert sie.

Die drei Abzüge

1. Die Entladetiefe

Kein Akku lässt sich vollständig leeren, ohne dass es ihn kostet. Wie viel nutzbar ist, hängt an der Bauart:

Speicher nutzbarer Anteil aus 1.000 Wh werden
Starterbatterie (Blei) rund 30 % 300 Wh
Versorgungsbatterie (AGM/Gel) rund 50 % 500 Wh
LiFePO4 rund 90 % 900 Wh
Powerstation Herstellerkapazität 1.000 Wh brutto

Diese Werte sind Erfahrungswerte aus Hersteller- und Fachliteratur, keine Norm. Sie stehen als Annahme im Rechner und sind der wichtigste Grund, warum eine Autobatterie so viel weniger hergibt, als ihre Amperestunden versprechen.

Und der Satz, der auf einem Festival zählt: Wer die Starterbatterie leert, startet am Sonntag nicht. Mehr dazu unter Wechselrichter.

2. Der Weg zum Verbraucher

Jede Wandlung von 12 Volt Gleichspannung auf 230 Volt Wechselspannung kostet 8 bis 15 Prozent. Läuft das Gerät danach über ein Netzteil wieder auf Gleichspannung, geht es ein zweites Mal.

Die Regel: Was mit 12 Volt läuft, sollte an 12 Volt laufen. Bei einer Kompressorkühlbox ist das der Normalfall — und es ist der Unterschied zwischen zwei und drei Tagen.

3. Die Einschaltdauer

Ein Kompressor läuft nicht durchgehend, sondern taktet. Wie oft, hängt an Außentemperatur, Solltemperatur, Füllgrad und daran, wie oft der Deckel aufgeht.

Die 30 Prozent im Rechner sind ein Mittelwert, kein gemessener Wert für ein bestimmtes Gerät. Bei 35 Grad im Schatten liegt er höher, bei 18 Grad niedriger. Eine thermoelektrische Box dagegen läuft durchgehend — dort gehören 100 Prozent eingestellt, und das Ergebnis ist entsprechend ernüchternd.

Die Rechnung im Klartext

Nutzbare Energie = Kapazität × Entladetiefe × Wirkungsgrad
Tagesverbrauch = Leistung × 24 h × Einschaltdauer
Tage = nutzbare Energie ÷ Tagesverbrauch

Ein durchgerechnetes Beispiel, das die Größenordnung zeigt: Eine Powerstation mit 1.024 Wh, eine Kompressorbox mit 50 W bei 30 Prozent Einschaltdauer, direkt an 12 Volt. Das sind 360 Wh am Tag und damit knapp drei Tage — wenn sonst nichts angeschlossen ist. Handys, Lampen und eine Bluetooth-Box kommen im Alltag mit rund 145 Wh dazu und drücken das auf zwei.

Was der Rechner nicht berücksichtigt

  • Der Leerlaufverbrauch. Eine Powerstation oder ein Wechselrichter zieht auch ohne angeschlossenes Gerät Strom. Bei kleinen Kapazitäten ist das relevant, und kein Hersteller in unseren Feldern beziffert es.
  • Kälte. Lithiumzellen geben bei niedrigen Temperaturen weniger her. LiFePO4 verträgt Kälte besser als NMC, aber eine Zahl steht in keinem Datenblatt — siehe LiFePO4 gegen NMC.
  • Alterung. Die Zyklenangaben in unserem Powerstation-Feld reichen von 3.000 bis 4.000 bis auf 80 Prozent Restkapazität — bei vier von zwölf Modellen fehlt die Angabe ganz.
  • Der Anlaufstrom. Ein Kompressor zieht beim Einschalten kurz ein Vielfaches seiner Dauerleistung. Das kostet kaum Energie, kann aber die Station abschalten lassen, wenn die Spitzenleistung nicht reicht.

Alle vier Punkte senken das Ergebnis. Wer knapp plant, plant zu knapp.

Was das für die Planung heißt

  1. Ohne Kühlgerät reicht fast alles. Handys, Lampen, Luftpumpe und Box kommen zusammen auf rund 145 Wh am Tag — das schafft schon eine kleine Powerstation mit 288 Wh für zwei Tage.
  2. Mit Kühlgerät wird es eng. Die Kühlbox macht rund 70 Prozent des Verbrauchs aus. Dann führt der Weg zur 1-kWh-Klasse oder zum Nachladen.
  3. Nachladen heißt Solar oder Auto. Ein 100-W-Panel liefert real oft 50 bis 70 Watt, über acht Sonnenstunden also 400 bis 560 Wh — siehe Solarpanel.
  4. Passiv kühlen spart alles. Eine gut gedämmte Box mit genug Kühlakkus braucht null Wattstunden. Die Rechnung dazu steht im Kühldauer-Rechner.

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