Kühldauer-Rechner: wie viel Eis deine Kühlbox wirklich braucht

Der Rechner arbeitet im Browser, es werden keine Eingaben übertragen. Alle Annahmen stehen unter dem Rechner. Keine Eigenmessung — die eigene Messreihe läuft im Winter 2026/27.

Die häufigste Enttäuschung mit einer Kühlbox ist keine schlechte Box, sondern zu wenig Kälte darin. Zwei Akkus auf 40 Liter sind ungefähr so wirksam wie ein Eiswürfel in einem Eimer. Der Rechner sagt dir, wie viel dir fehlt — und er sagt dir bewusst nicht, wie lange es hält.

Liter
Kilogramm
kg Kühlmittel empfohlen (ein Drittel des Volumens)
Differenz zu deinem Vorrat
gespeicherte Kälte

Womit gerechnet wird

Die Ein-Drittel-Regel ist ein Erfahrungswert aus der Praxis, keine Norm: Etwa ein Drittel des Boxvolumens sollte Kältespeicher sein. Bei 40 Litern sind das rund 13 Liter, also in der Größenordnung von 13 Kilogramm.

Die gespeicherte Kälte wird mit der Schmelzenthalpie von Wasser gerechnet: 334 Kilojoule je Kilogramm. Das gilt für gefrorenes Wasser. Für Gel-Kühlakkus kann der Wert abweichen — kein Hersteller im Vergleichsfeld nennt ihn, deshalb rechnen wir bewusst mit Wasser und sagen es dazu.

Was hier nicht gerechnet wird: eine Kühldauer in Stunden. Sie hängt von Dämmstärke, Außentemperatur, Beladung, Vorkühlung und der Zahl der Deckelöffnungen ab. Aus diesen Angaben eine Stundenzahl zu erzeugen, wäre eine Scheingenauigkeit — genau die, die wir den Herstellern vorwerfen.

Stromverbrauch: Thermoelektrische Boxen laufen im Dauerbetrieb, gerechnet mit rund 40 W. Kompressorboxen takten; gerechnet wird mit einem Mittelwert von etwa 200 Wh je Tag. Beides sind Erfahrungswerte für die Bedarfsschätzung, keine Messungen.

Warum hier keine Stundenzahl herauskommt

Das wäre der naheliegende Wunsch: „Wie lange hält meine Box?“ Wir geben diese Zahl nicht aus, und zwar aus demselben Grund, aus dem wir sie den Herstellern vorwerfen. Die Kühldauer hängt ab von:

  • Dämmstärke und Bauart der Box
  • Außentemperatur und Sonneneinstrahlung
  • Beladung und Vorkühlung des Inhalts
  • Anzahl der Deckelöffnungen — auf einem Festival zwanzig bis vierzig am Tag
  • Verteilung des Kühlmittels in der Box

Aus zwei Eingabefeldern eine Stundenzahl zu erzeugen, wäre Scheingenauigkeit. In unserem Kühlbox-Vergleich nennt genau ein Modell von vierzehn eine Kühldauer mit Prüfbedingung. Wir machen es nicht besser, indem wir eine erfinden.

Was sich dagegen seriös rechnen lässt, sind zwei Dinge: wie viel Kühlmittel in die Box gehört und wie viel Kälte darin steckt.

Die Ein-Drittel-Regel

Der Erfahrungswert aus der Praxis: Etwa ein Drittel des Boxvolumens sollte Kältespeicher sein. Bei 40 Litern sind das rund 13 Liter, also in der Größenordnung von 13 Kilogramm Eis oder Akkus. Das ist deutlich mehr, als die meisten einpacken — die handelsüblichen Kühlakku-Sets kommen auf ein bis sechs Kilogramm.

Diese Regel ist keine Norm und wird von keinem Hersteller so ausgesprochen. Sie ist eine Faustformel, und sie ist als solche gekennzeichnet.

334 Kilojoule je Kilogramm

Die zweite Zahl im Rechner ist Physik: Gefrorenes Wasser nimmt beim Auftauen 334 Kilojoule je Kilogramm auf, ohne dass sich seine Temperatur ändert. Das ist die Schmelzenthalpie, und sie ist der eigentliche Kältespeicher — nicht die Temperatur des Eises.

Für Gel-Kühlakkus kann dieser Wert abweichen; Phasenwechselmaterialien liegen je nach Stoff zwischen rund 100 und 600 kJ/kg. Welcher Wert für ein konkretes Gel gilt, sagt kein Hersteller. In keinem einzigen Datenblatt unseres Kühlakku-Vergleichs steht eine Schmelzenthalpie. Der Rechner rechnet deshalb offen mit dem Wert für Wassereis und schreibt dazu, dass er das tut.

Praktische Konsequenz: Gefrorene Wasserflaschen sind ein Kältespeicher mit bekanntem Wert — und wenn sie aufgetaut sind, hast du kaltes Trinkwasser statt eines Beutels, den du zurückschleppst.

Stromgeführte Boxen: dann zählt nicht Eis, sondern Wattstunden

Passive Boxen kuehlen gar nicht, sie verzoegern nur. Thermoelektrische Boxen kuehlen um einen festen Abstand unter die Umgebungstemperatur. Kompressorboxen erreichen eine absolute Zieltemperatur unabhaengig von der Aussentemperatur.
Eine Kelvin-Angabe ist eine Differenz, eine Celsius-Angabe ein Absolutwert. Gegeneinander rechnen laesst sich das nicht.

Bei thermoelektrischen und Kompressorboxen verschiebt sich die Frage. Der Rechner gibt dann den Strombedarf aus:

  • Thermoelektrisch: läuft im Dauerbetrieb, gerechnet mit rund 40 W — das sind etwa 960 Wh am Tag. Für ein Wochenende ohne Landstrom ist das praktisch nicht darstellbar.
  • Kompressor: taktet, gerechnet mit einem Mittelwert von etwa 200 Wh am Tag. Damit ist eine Powerstation eine realistische Option.

Beides sind Erfahrungswerte für die Bedarfsschätzung, keine Messungen. Den Gesamtbedarf für alle Geräte zusammen rechnest du besser im Wattstunden-Rechner, wo Handys, Licht und Box in einer Summe landen.

Sechs Dinge, die mehr bringen als eine größere Box

  1. Box vorkühlen. Eine warme Box zieht als Erstes Energie aus dem Eis. Am Vorabend einen Akku hineinlegen und schließen.
  2. Inhalt vorkühlen. Warme Getränke in die Box zu legen heißt, das Eis zum Kühlen statt zum Kühlhalten zu verbrauchen.
  3. Voll packen. Luft ist der schlechteste Inhalt. Lücken mit Handtüchern oder zusätzlichen Flaschen füllen.
  4. Kälte sinkt. Flache Platten gehören nach oben, Flaschen nach unten und an die Seiten.
  5. Schatten und Abstand vom Boden. Eine Box auf dunklem Boden in der Sonne verliert ein Vielfaches gegenüber einer im Schatten auf einer Palette.
  6. Weniger öffnen. Zwanzig Deckelöffnungen am Tag kosten mehr als jede Dämmstärke einbringt. Die Getränke für den Nachmittag in eine zweite, kleine Tasche.

Häufige Fragen

Wie viel Eis brauche ich für eine 40-Liter-Kühlbox?

Nach der gängigen Faustregel etwa ein Drittel des Volumens, also rund 13 Liter beziehungsweise in der Größenordnung von 13 Kilogramm. Das ist deutlich mehr, als die meisten einpacken: Handelsübliche Kühlakku-Sets kommen auf ein bis sechs Kilogramm. Der häufigste Fehler ist deshalb nicht die falsche Box, sondern zu wenig Kältespeicher darin.

Wie lange hält eine Kühlbox ohne Strom?

Das lässt sich seriös nicht aus zwei Zahlen berechnen — es hängt von Dämmung, Außentemperatur, Beladung, Vorkühlung und der Zahl der Deckelöffnungen ab. Genau deshalb gibt dieser Rechner bewusst keine Stundenzahl aus. In unserem Kühlbox-Vergleich nennt ein einziges von vierzehn Modellen überhaupt eine Kühldauer mit Prüfbedingung; alle anderen Werbeangaben sind nicht überprüfbar.

Kühlakkus oder gefrorene Wasserflaschen?

Am besten beides. Gefrorenes Wasser hat eine bekannte Schmelzenthalpie von 334 kJ/kg, kostet nichts und ist aufgetaut kaltes Trinkwasser — kein Kühlakku-Hersteller nennt überhaupt einen Enthalpiewert, mit dem man dagegenhalten könnte. Flache Akkus haben dafür die bessere Form: Sie legen sich als Ebene über das Kühlgut, während runde Flaschen Zwischenräume lassen. Platten oben, Flaschen unten.

Lohnt sich eine thermoelektrische Kühlbox auf dem Festival?

Ohne Landstrom kaum. Sie läuft im Dauerbetrieb bei rund 40 Watt, das sind etwa 960 Wattstunden am Tag — eine Powerstation dieser Größe trägt niemand zum Zelt. Dazu kommt, dass thermoelektrische Boxen nur um einen festen Abstand unter die Umgebungstemperatur kühlen: Bei 32 Grad im Schatten bleibt innen einiges übrig. Für den Zeltplatz ist entweder eine gut bestückte Passivbox oder eine Kompressorbox an einer Powerstation die sinnvollere Wahl.

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