Die Duschen sind überfüllt, kostenpflichtig oder zwei Kilometer entfernt. Das ist kein Problem — eine gründliche Wäsche am Zelt braucht weniger Wasser, als die meisten erwarten, und funktioniert besser als die halbe Stunde Anstehen.
Die Wasserrechnung
Eine Dusche verbraucht 6 bis 12 Liter je Minute. Für eine vollständige Wäsche am Zelt reichen 1,5 Liter, wenn man sie aufteilt:
| Reihenfolge | Wasser |
|---|---|
| 1. Gesicht, Hals, Ohren | 0,3 l |
| 2. Achseln, Oberkörper, Arme | 0,4 l |
| 3. Intimbereich | 0,4 l |
| 4. Füße | 0,4 l |
Die Reihenfolge ist nicht beliebig: Sie geht von sauber nach schmutzig. So lässt sich dasselbe Tuch mehrfach verwenden, und man braucht nicht für jeden Abschnitt frisches Wasser.
Lauwarm statt kalt
Das ist der Unterschied zwischen „nass gemacht“ und „sauber“. Hautfett löst sich erst ab etwa 30 Grad richtig, und genau daran haften Staub und Geruch.
- Einen Liter kochen und mit zwei Litern kaltem Wasser mischen ergibt angenehme 35 bis 40 Grad.
- Solardusche: ein schwarzer 20-Liter-Beutel, flach in die Sonne gelegt, erreicht an einem klaren Sommertag in drei bis vier Stunden 35 bis 45 Grad. Im Schatten oder bei Bewölkung passiert praktisch nichts. Die Bauarten stehen unter Campingdusche.
- Nie heißer als handwarm aus einer Solardusche nehmen — in praller Sonne werden schwarze Beutel über 50 Grad heiß, und das verbrüht.
Waschlappen schlägt Feuchttuch
Ein Feuchttuch verteilt, ein Waschlappen trägt ab. Der Reinigungseffekt ist zum größten Teil mechanisch, nicht chemisch.
- Zwei Lappen: einer mit Seife, einer zum Nachwischen. Danach mit einem Mikrofaserhandtuch abtrocknen.
- Sehr wenig Seife, und ein mildes Produkt. Was nicht abgespült wird, bleibt auf der Haut und reizt.
- Feuchttücher sind die Notlösung für unterwegs, nicht die Tageswäsche — und sie gehören in den Restmüll, nicht in die Toilette.
- Haare: Trockenshampoo am ersten und zweiten Tag, Wasser am dritten. Haare waschen kostet mehr Wasser als der ganze Rest zusammen.
Wo man sich wäscht
- Hinter dem Zelt, mit einem Pavillon oder einer Plane als Sichtschutz. Ein Sonnensegel an zwei Seiten genügt.
- Nicht an der Trinkwasserentnahme. Die Stellen sind für Trinkwasser da — und eine Schlange dahinter.
- Nicht barfuß auf dem Boden stehen. Badeschuhe oder eine Matte; Fußpilz ist auf Zeltplätzen das verbreitetste Mitbringsel.
- Verbindlich ist die Campingordnung — auf manchen Geländen ist Waschen außerhalb der Sanitärbereiche untersagt.
Wohin mit dem Abwasser
In den Ausguss. Seifenwasser gehört nicht auf die Wiese, auch wenn das Produkt „biologisch abbaubar“ heißt — das bezieht sich auf den Abbau im Klärwerk, nicht auf den Boden.
Und eine nasse Stelle direkt neben dem Zelt zieht Insekten an und macht den Boden matschig, auf dem man morgens steht. Mehr dazu unter Müll auf dem Zeltplatz.
Was wirklich zählt
Für das subjektive Empfinden sind drei Dinge wichtiger als die Vollwäsche: frische Socken, saubere Füße und frische Unterwäsche. Wer nur zehn Minuten hat, macht diese drei — die Reihenfolge nach Wirkung steht unter Hygiene auf dem Festival, und was sich zu waschen lohnt, unter Wäsche auf dem Festival.
Was wir noch nicht wissen
- Die reale Aufheizkurve einer Solardusche. Hersteller nennen keine Werte; mit einem Thermometer wäre sie an einem Tag aufgenommen.
- Das Fassungsvermögen und die Durchflussmenge der Modelle in unserem Feld. Bei einem Teil fehlt beides.
- Wie viele Festivals kostenlose Duschen anbieten. Die Angabe fehlt in den meisten Veranstalterinformationen.
Diese Seite fasst allgemeine Hygienepraxis zusammen und ersetzt keine medizinische Beratung.
Häufige Fragen
Wie wäscht man sich ohne Dusche?
Mit anderthalb Litern lauwarmem Wasser, einem Waschlappen und einer festen Reihenfolge von sauber nach schmutzig: Gesicht und Hals, dann Achseln und Oberkörper, dann der Intimbereich, zuletzt die Füße. So lässt sich dasselbe Tuch mehrfach verwenden. Zwei Lappen sind ideal — einer mit Seife, einer zum Nachwischen.
Warum sollte das Wasser lauwarm sein?
Weil Hautfett sich erst ab etwa 30 Grad richtig löst, und daran haften Staub und Geruch. Kaltes Wasser macht nass, aber nicht sauber. Ein Liter gekochtes Wasser auf zwei Liter kaltes ergibt angenehme 35 bis 40 Grad.
Wie lange braucht eine Solardusche in der Sonne?
Ein schwarzer 20-Liter-Beutel erreicht flach in der Sonne liegend an einem klaren Sommertag in drei bis vier Stunden 35 bis 45 Grad. Im Schatten oder bei Bewölkung passiert praktisch nichts. In praller Sonne kann er über 50 Grad heiß werden — vor dem Duschen also die Temperatur prüfen.
Reichen Feuchttücher statt Waschen?
Als Notlösung für unterwegs ja, als Tageswäsche nicht. Der Reinigungseffekt ist zum größten Teil mechanisch, und ein Waschlappen trägt ab, während ein Feuchttuch eher verteilt. Wer nur zehn Minuten hat, konzentriert sich auf das, was am meisten bringt: frische Socken, saubere Füße, frische Unterwäsche.
