Drei Brennstoffe, drei Bauarten, drei völlig verschiedene Erfahrungen am Zeltplatz. Der Unterschied beginnt bei einer Zahl.
Die Energiedichte
| Brennstoff | Heizwert, grob | relativ |
|---|---|---|
| Propan / Butan | rund 46 MJ/kg | 100 % |
| Trockenbrennstoff | rund 30 MJ/kg | 65 % |
| Spiritus (Ethanol) | rund 27 MJ/kg | 59 % |
Für dieselbe Energie braucht man also fast die doppelte Masse Spiritus. Dazu kommt, dass Spiritus in einer Flasche transportiert wird und Gas in einer Druckkartusche, die selbst wiegt — bei kurzen Trips gleicht das einen Teil des Vorteils aus.
Was am Topf ankommt
Der Heizwert ist nur die halbe Rechnung. Die andere Hälfte ist, wie viel davon ins Wasser geht statt an der Luft vorbei:
- Gasbrenner arbeiten mit hoher Leistung und lassen sich regeln. Wasser kocht schnell, die Flamme ist aber windempfindlich.
- Spiritusbrenner haben eine niedrige, kaum regelbare Leistung. Dafür sind sie leise, einfach und haben kein einziges bewegliches Teil.
- Trockenbrennstoff ist die Notlösung: genügsam im Transport, langsam, rußt, und die Tabletten riechen.
Windschutz bringt bei allen dreien mehr als eine Leistungsstufe. Ohne ihn geht ein erheblicher Teil der Wärme seitlich vorbei — das ist der wirksamste und billigste Eingriff überhaupt.
Wo Gas schwächelt
In der Kälte. Eine Gaskartusche funktioniert nur, solange der Inhalt verdampft, und das hängt an der Temperatur:
- Butan verdampft oberhalb von etwa 0 °C — darunter kommt kaum noch etwas.
- Propan funktioniert deutlich tiefer, steht aber unter höherem Druck.
- Mischungen verschieben sich im Betrieb: Propan verdampft zuerst, der Butananteil bleibt zurück. Deshalb wird eine halbvolle Kartusche bei Kälte schwächer als eine volle.
Dazu der Druckabfall durch die Abkühlung beim Verdampfen: Die Kartusche kühlt sich während des Betriebs selbst herunter. Für ein Sommerfestival ist das alles unkritisch — ab Frühjahr und Herbst merkt man es sofort.
Welcher Anschluss, welche Kartusche
Das ist die häufigste Fehlkaufquelle: EN 417 normt den Behälter, nicht den Anschluss. Schraub-, Stech- und Ventilkartuschen passen nicht zueinander. Die drei Bauarten im Einzelnen stehen unter Gaskartuschen-Typen.
Sicherheit
- Nie im Zelt kochen. Weder im Innenzelt noch in der Apsis. Jede Verbrennung erzeugt Kohlenmonoxid, und das ist geruchlos — siehe Kohlenmonoxidmelder.
- Spiritusflammen sind bei Tageslicht fast unsichtbar. Das ist ihre gefährlichste Eigenschaft — und der Grund, warum Nachfüllen im Betrieb schwere Unfälle verursacht.
- Nicht nachfüllen, solange etwas brennt oder heiß ist. Auch nicht „nur kurz“.
- Kartuschen nie über 50 °C lagern und nie im Innenraum des Autos, siehe Transport und Lagerung.
- Standfest aufstellen. Die meisten Verbrühungen entstehen durch umkippende Töpfe, nicht durch die Flamme.
Auf vielen Festivalgeländen ist offenes Feuer und teilweise auch Kochen untersagt. Verbindlich ist die Campingordnung des Veranstalters.
Was wofür passt
| Situation | sinnvoll |
|---|---|
| Festivalwochenende, Kaffee und Nudeln | Schraubkartusche — abnehmbar, wiederverschließbar |
| Einmal im Jahr, günstig | Stechkartusche |
| Kälte, Frühjahr und Herbst | Propanlastige Mischung |
| Minimalismus, kein Druckbehälter | Spiritus |
| Notfallausrüstung im Rucksack | Trockenbrennstoff |
Was wir noch nicht wissen
- Den realen Verbrauch je Liter gekochtem Wasser. Die Herstellerangaben zur Brenndauer nennen keine Last — mit einer Waage und einem Thermometer wäre das messbar.
- Wie stark Kartuschen bei 5 Grad einbrechen. Die Richtung ist bekannt, Zahlen gibt es nicht.
- Die Restmenge in der Kartusche. Ohne Waage nicht feststellbar, und keine Kartusche hat eine Anzeige.
Häufige Fragen
Was hat mehr Energie, Gas oder Spiritus?
Gas, mit deutlichem Abstand. Propan und Butan liefern grob 46 Megajoule je Kilogramm, Spiritus rund 27 und Trockenbrennstoff etwa 30. Für dieselbe Energie braucht man also fast die doppelte Masse Spiritus. Ein Teil des Vorteils geht allerdings wieder verloren, weil Gas in einer Druckkartusche transportiert wird, die selbst wiegt.
Warum funktioniert die Gaskartusche bei Kälte schlecht?
Weil der Inhalt verdampfen muss. Butan verdampft erst oberhalb von etwa 0 Grad, Propan deutlich tiefer. Bei Mischungen verdampft Propan zuerst, der Butananteil bleibt zurück — deshalb wird eine halbvolle Kartusche bei Kälte schwächer als eine volle. Dazu kühlt sich die Kartusche während des Betriebs durch das Verdampfen selbst herunter.
Was bringt ein Windschutz beim Campingkocher?
Mehr als jede Leistungsstufe. Ohne Windschutz geht ein erheblicher Teil der Wärme seitlich am Topf vorbei, statt ins Wasser zu gehen — das gilt für Gas, Spiritus und Trockenbrennstoff gleichermaßen. Es ist der wirksamste und billigste Eingriff überhaupt.
Darf man im Zelt kochen?
Nein, weder im Innenzelt noch in der Apsis. Jede Verbrennung erzeugt Kohlenmonoxid, das geruchlos und farblos ist und sich in geschlossenen Räumen sammelt. Bei Spiritus kommt dazu, dass die Flamme bei Tageslicht fast unsichtbar ist — deshalb nie nachfüllen, solange etwas brennt oder heiß ist. Auf vielen Festivalgeländen ist Kochen ohnehin untersagt; verbindlich ist die Campingordnung.
