Ausrüstung einlagern: was wie gelagert wird

Der meiste Ausrüstungsverschleiß entsteht nicht im Gebrauch, sondern in den elf Monaten dazwischen. Und fast jeder dieser Schäden ist vermeidbar.

Die Tabelle

Teil Lagerung Warum
Zelt vollständig trocken, locker, dunkel, kühl PU-Beschichtung zersetzt sich bei Feuchtigkeit; UV baut Gewebe ab
Schlafsack unkomprimiert, im großen Baumwollsack oder hängend Dauerkompression zerstört die Bauschkraft der Füllung
Isomatte flach oder locker gerollt, Ventil offen Der Schaumkern bleibt offen, Feuchtigkeit kann entweichen
Luftmatratze trocken, locker gerollt, nicht geknickt Knickkanten sind die Vorstufe zum Riss
Akkus, Powerbanks, Powerstation rund 50–60 % Ladestand, kühl, nicht unter 0 °C Volle und leere Lithiumzellen altern schneller
Gaskartuschen kühl, aufrecht, nicht unter Erdgleiche Propan-Butan ist schwerer als Luft und sammelt sich unten
Campingtoilette entleert, gespült, Deckel offen Ein geschlossener feuchter Tank riecht nach Monaten
Kühlbox ausgewischt, Deckel offen oder einen Keil dazwischen Dichtungen und Ecken schimmeln sonst
Gummistiefel aufrecht, Einlegesohle heraus, nicht knicken Geknicktes PVC reißt an der Falte
Regenjacke hängend, sauber Schmutz greift die Imprägnierung an
Heringe trocken, in der Box Nasser Stahl in einer Tüte rostet über den Winter
Erste-Hilfe-Set kühl, Verfallsdaten prüfen Material hat ein Ablaufdatum

Die drei Fehler, die am meisten kosten

1. Nass eingepackt

Der teuerste. Eine Polyurethan-Beschichtung zersetzt sich in Gegenwart von Feuchtigkeit — das Ergebnis ist ein klebriger Zeltboden, der sich nicht retten lässt. Zwei Tage sind die Faustregel, danach beginnt es. Mehr unter Zelt trocknen.

2. Schlafsack im Packsack

Ein Schlafsack wärmt, weil seine Füllung Luft einschließt. Ein Jahr im Kompressionssack presst die Füllung dauerhaft flach, und die Bauschkraft kommt nicht vollständig zurück. Bei Daune ist der Effekt stärker als bei Kunstfaser, betroffen sind beide.

Richtig ist der große, luftige Baumwollsack, der vielen Schlafsäcken beiliegt — oder über einen Kleiderbügel gehängt. Welcher Sack welche Füllung hat, steht unter Daunenschlafsack.

3. Akkus voll oder leer weggelegt

Lithiumzellen altern am langsamsten bei mittlerem Ladestand und kühler Temperatur. Dauerhaft bei 100 Prozent gelagert altern sie schneller, tiefentladen nehmen sie Schaden.

  • Rund 50 bis 60 Prozent sind der übliche Richtwert für lange Standzeiten.
  • Alle paar Monate nachsehen. Auch ohne Nutzung entladen sich Akkus langsam.
  • Nicht im ungeheizten Schuppen bei Frost. Und vor allem nicht bei Minusgraden laden.

Ausführlicher steht das unter LiFePO4 lagern und überwintern.

Wo gelagert wird

Ort geeignet für Problem
Keller Möbel, Kanister, Heringe oft zu feucht für Textilien
Dachboden Möbel, Kanister Hitze im Sommer — schlecht für Akkus und Beschichtungen
Abstellraum in der Wohnung Zelt, Schlafsack, Akkus Platz
Garage Bollerwagen, Möbel Temperaturschwankungen, Kondenswasser
Gartenhaus wenig feucht, Nagetiere

Die Faustregel: Alles mit Beschichtung, Füllung oder Akku gehört in die Wohnung. Der Rest darf in den Keller.

Die Zehn-Minuten-Kontrolle vor der nächsten Saison

  1. Zelt einmal aufbauen. Reißverschlüsse, Gestänge, Beschichtung, Geruch — alles in zehn Minuten geprüft.
  2. Heringe zählen. Es fehlen immer welche.
  3. Erste-Hilfe-Set öffnen und Verfallsdaten prüfen. In unserem Erste-Hilfe-Feld nennt kein Hersteller ein Verfallsdatum im Datenblatt — man muss selbst nachsehen.
  4. Akkus laden und auf ungewöhnliche Erwärmung oder Verformung achten.
  5. Gaskartuschen prüfen: Rost, Beulen, Dichtungen.
  6. Isomatte aufblasen und über Nacht stehen lassen. Wenn sie morgens weich ist, hat man jetzt Zeit zum Flicken — nicht auf dem Zeltplatz.

Was wir noch nicht wissen

  • Ab wann genau feuchte Lagerung schadet. Dass sie schadet, ist unstrittig. Ob zwei Tage schon reichen oder erst zwei Wochen, sagt kein Hersteller.
  • Wie viel Bauschkraft ein komprimierter Schlafsack verliert. Der Effekt ist bekannt, die Größenordnung je Füllung nicht beziffert.
  • Der ideale Lagerladestand je Akkutyp. 50 bis 60 Prozent sind der gängige Richtwert; herstellerspezifische Angaben dazu findet man selten.

Häufige Fragen

Wie lagert man einen Schlafsack richtig?

Unkomprimiert. Ein Schlafsack wärmt, weil seine Füllung Luft einschließt — ein Jahr im Kompressionssack presst sie dauerhaft flach, und die Bauschkraft kommt nicht vollständig zurück. Bei Daune ist der Effekt stärker als bei Kunstfaser, betroffen sind beide. Richtig ist der große, luftige Baumwollsack, der vielen Schlafsäcken beiliegt, oder über einen Kleiderbügel gehängt.

Mit welchem Ladestand lagert man Powerbank und Powerstation?

Bei rund 50 bis 60 Prozent und kühl. Lithiumzellen altern am langsamsten bei mittlerem Ladestand — dauerhaft voll gelagert altern sie schneller, tiefentladen nehmen sie Schaden. Alle paar Monate nachsehen, weil sich Akkus auch ohne Nutzung langsam entladen. Nicht im ungeheizten Schuppen bei Frost lagern und auf keinen Fall bei Minusgraden laden.

Wo lagert man Campingausrüstung am besten?

Alles mit Beschichtung, Füllung oder Akku gehört in die Wohnung — Zelt, Schlafsack, Isomatte, Powerbank. Der Keller ist für Textilien oft zu feucht, der Dachboden im Sommer zu heiß für Akkus und Beschichtungen, die Garage schwankt zu stark in der Temperatur. Möbel, Kanister, Heringe und Bollerwagen dürfen dagegen in Keller oder Garage.

Warum lässt man das Ventil der Isomatte offen?

Damit der Schaumkern offen bleibt und Restfeuchtigkeit entweichen kann. Eine selbstaufblasende Matte, die ein Jahr mit geschlossenem Ventil eng gerollt liegt, verliert an Rückstellkraft — dasselbe Prinzip wie beim komprimierten Schlafsack. Gelagert wird sie flach unter dem Bett oder locker gerollt, mit offenem Ventil.

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