Selbstaufblasend erklärt: was das Ventil wirklich tut

Der Name verspricht mehr, als die Technik hält. Was tatsächlich passiert, ist einfach — und es erklärt gleichzeitig, warum diese Matten anders gelagert werden müssen als alle anderen.

Das Prinzip

Im Inneren steckt offenporiger Schaumstoff, also Schaum, dessen Zellen miteinander verbunden sind. Dieser Schaum ist an die luftdichte Hülle geklebt.

  1. Ventil auf. Der zusammengepresste Schaum will in seine ursprüngliche Form zurück.
  2. Der Schaum dehnt sich aus und erzeugt dabei im Inneren einen Unterdruck.
  3. Luft strömt durch das offene Ventil nach. Das ist der gesamte „Selbstaufblas“-Vorgang.
  4. Ventil zu. Die Luft ist eingeschlossen, der Schaum stützt zusätzlich.

Der Antrieb ist also die Rückstellkraft des Schaums, nicht eine Pumpe. Und genau deshalb reicht das Ergebnis selten aus.

Warum man trotzdem nachpusten muss

Die Rückstellkraft des Schaums ist begrenzt. Sie bringt die Matte auf ihre Dicke, aber nicht auf einen Druck, der unter Körpergewicht trägt.

  • Nach zehn bis fünfzehn Minuten ist der selbsttätige Teil abgeschlossen.
  • Zwei bis fünf Atemzüge bringen die letzte Härte.
  • Bei Kälte dauert es länger, weil der Schaum steifer ist und die Luft sich zusammenzieht.
  • Beim ersten Mal nach langer Lagerung kann es deutlich länger dauern — manchmal Stunden.

Zum Nachpusten reicht der Mund. Eine elektrische Pumpe ist dafür nicht nötig, anders als bei einer großen Luftmatratze.

Die Atemluft ist hier ein kleineres Problem als bei reinen Luftmatten, weil das Volumen klein ist — trotzdem gilt derselbe Grundsatz: Feuchtigkeit im Inneren fördert Schimmel, siehe Schimmel entfernen.

Die Lagerung ist der entscheidende Punkt

Hier unterscheidet sich diese Bauart grundlegend von jeder anderen:

Eine selbstaufblasende Matte gehört offen und ausgerollt gelagert — mit geöffnetem Ventil.

Der Grund folgt direkt aus dem Prinzip: Bleibt der Schaum monatelang zusammengepresst, verliert er dauerhaft an Rückstellkraft. Die Matte bläst sich dann immer schlechter selbst auf, bis sie es gar nicht mehr tut.

  • Unter dem Bett oder im Schrank ausgerollt, Ventil offen.
  • Aufgehängt geht auch, wenn der Platz fehlt.
  • Der Packsack ist für den Transport, nicht für die anderen elf Monate.
  • Vollständig trocken einlagern. Details unter Ausrüstung einlagern.

Richtig einpacken

  1. Ventil öffnen und die Matte flach ausrollen.
  2. Vom ventilfernen Ende her aufrollen und dabei knien — mit dem Körpergewicht arbeiten, nicht mit den Armen.
  3. Ventil schließen, wenn die Rolle fertig ist. Sonst saugt der Schaum sofort wieder Luft.
  4. Einmal öffnen, kurz nachpressen, wieder schließen. Das bringt die letzten Zentimeter Packmaß.

Wer sie falsch herum rollt, drückt die Luft gegen das geschlossene Ende — die Matte lässt sich dann nicht klein bekommen.

Wann diese Bauart passt

Bauart Stärke Schwäche
Selbstaufblasend robust, bequem, kein Pumpen nötig schwer, großes Packmaß
Reine Luftmatte klein, leicht, hoher R-Wert möglich empfindlich, muss aufgeblasen werden
Schaumstoffmatte unkaputtbar, sofort einsatzbereit hart, sperrig

Fürs Festival mit Auto ist die selbstaufblasende Matte oft die vernünftigste Wahl — Gewicht und Packmaß spielen keine Rolle, und Robustheit auf einer Wiese voller Zeltheringe schon. Die Modelle stehen im Isomatten-Vergleich, und was der aufgedruckte R-Wert bedeutet, steht unter R-Wert erklärt.

Wenn sie nicht mehr aufgeht

  • Länger warten. Nach langer Kompression braucht der Schaum Zeit — über Nacht offen liegen lassen.
  • Mehrfach aufblasen und entlüften. Das arbeitet den Schaum durch.
  • Auf Undichtigkeit prüfen. Verliert sie über Nacht Druck, ist es ein Loch und kein Schaumproblem — das Verfahren steht unter Luftmatratze flicken.
  • Ventil prüfen. Eine verschmutzte oder verhärtete Dichtung ist bei alten Matten die zweithäufigste Ursache.

Was wir noch nicht wissen

  • Wie stark die Rückstellkraft über die Jahre nachlässt. Kein Hersteller quantifiziert das, obwohl es die Lebensdauer bestimmt.
  • Die Dicke unter Last. Angegeben wird die unbelastete Dicke — dieselbe Lücke wie im Kopfkissen-Feld.
  • Ob Lagerung mit offenem Ventil messbar hilft. Die Empfehlung steht in jeder Anleitung, eine Messreihe dazu haben wir nicht gefunden.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine selbstaufblasende Isomatte?

Im Inneren steckt offenporiger Schaumstoff, der an die luftdichte Hülle geklebt ist. Öffnet man das Ventil, dehnt sich der zusammengepresste Schaum aus und erzeugt dabei einen Unterdruck — Luft strömt durch das offene Ventil nach. Der Antrieb ist also die Rückstellkraft des Schaums, nicht eine Pumpe. Nach zehn bis fünfzehn Minuten ist der selbsttätige Teil abgeschlossen.

Muss man eine selbstaufblasende Matte nachpusten?

In der Regel ja. Die Rückstellkraft des Schaums bringt die Matte auf ihre Dicke, aber nicht auf einen Druck, der unter Körpergewicht trägt — zwei bis fünf Atemzüge bringen die letzte Härte. Bei Kälte dauert der Vorgang länger, weil der Schaum steifer ist und die Luft sich zusammenzieht. Eine elektrische Pumpe ist dafür nicht nötig.

Wie lagert man eine selbstaufblasende Isomatte richtig?

Ausgerollt und mit geöffnetem Ventil, etwa unter dem Bett oder aufgehängt. Bleibt der Schaum monatelang zusammengepresst, verliert er dauerhaft an Rückstellkraft — die Matte bläst sich dann immer schlechter selbst auf, bis sie es gar nicht mehr tut. Der Packsack ist für den Transport gedacht, nicht für die anderen elf Monate. Vorher vollständig trocknen.

Warum geht meine selbstaufblasende Matte nicht mehr auf?

Meist, weil sie lange zusammengerollt gelagert wurde und der Schaum Zeit braucht — über Nacht offen ausgerollt liegen lassen und mehrfach aufblasen und entlüften arbeitet ihn durch. Verliert sie dagegen über Nacht Druck, ist es ein Loch und kein Schaumproblem. Die zweithäufigste Ursache bei alten Matten ist eine verschmutzte oder verhärtete Ventildichtung.

Wie rollt man eine selbstaufblasende Matte klein?

Ventil öffnen, flach ausrollen, dann vom ventilfernen Ende her aufrollen und dabei knien, also mit dem Körpergewicht arbeiten statt mit den Armen. Das Ventil erst schließen, wenn die Rolle fertig ist — sonst saugt der Schaum sofort wieder Luft an. Danach einmal öffnen, kurz nachpressen und wieder schließen, das bringt die letzten Zentimeter Packmaß. Falsch herum gerollt lässt sie sich nicht klein bekommen.

Weiterlesen

Seit 2008 auf Musikfestivals unterwegs, von 550 bis über 200.000 Gästen, mit Auto und mit Bahn, im Zelt und im Wagen. Vergleicht Festivalausrüstung anhand von Herstellerdatenblättern und Normen statt anhand von Werbetexten.