Beides liegt vor dem Zelt, beides soll den Boden trockener und angenehmer machen. Nach zwei Tagen ist bei einem von beiden darunter ein brauner Fleck und an der Unterseite Wasser.
Die kurze Antwort
| Zeltteppich | Picknickdecke | |
|---|---|---|
| Rückseite | dampfdurchlässig | meist PE-Folie, dicht |
| Feuchtigkeit darunter | trocknet ab | sammelt sich |
| Gras darunter | überlebt meist | stirbt ab |
| Barfuß darauf | angenehm | klebt bei Wärme |
| Gewicht | 2 bis 6 kg | 0,5 bis 1,5 kg |
| Preis | höher | niedrig |
| Ausklopfen und trocknen | einfach | einfach |
Warum die Folie das Problem ist
Der Boden unter einer Wiese gibt ständig Wasserdampf ab. Liegt darüber eine dampfdichte PE-Folie, passiert dasselbe wie an einer Zeltwand: Der Dampf kommt an die kältere Unterseite und schlägt sich dort nieder — der Taupunkt, nur in Bodennähe.
Das Ergebnis nach zwei Tagen:
- Die Unterseite der Decke ist nass, obwohl es nicht geregnet hat.
- Das Gras darunter ist gelb und faulig, weil weder Licht noch Luft hinkommen.
- Was man darauf abstellt, steht auf einer feuchten Schicht.
- Beim Einpacken nimmt man die Nässe mit, und zu Hause im Beutel wird daraus Schimmel.
Ein Zeltteppich ist dagegen bewusst durchlässig gewebt oder gelocht. Feuchtigkeit kann hindurch, das Gras bekommt Luft, und der Teppich trocknet von oben wieder ab. Welche Zahlen dabei zählen, steht unter Zeltteppich im Vergleich.
Auf vielen Campingplätzen ist die Durchlässigkeit sogar vorgeschrieben — dichte Planen auf der Wiese sind dort untersagt, weil sie den Rasen zerstören. Verbindlich ist die Campingordnung.
Wofür beide nicht zuständig sind
Zwei verbreitete Erwartungen, die keines von beidem erfüllt:
- Isolation nach unten. Wer nachts friert, braucht eine Unterlage mit R-Wert, keinen Teppich vor dem Zelt.
- Schutz des Zeltbodens. Dafür ist die Bodenplane unter dem Zelt da, nicht der Teppich davor.
Ein Teppich macht den Vorzeltbereich sauberer und angenehmer — das ist seine Aufgabe, und die erfüllt er gut. Er hält Gras, Sand und Kies draußen, und das ist der häufigste Grund für Löcher in der Luftmatratze.
Wann die Decke trotzdem reicht
- Tagsüber zum Sitzen, abends wieder weg. Dann entsteht gar keine Staunässe.
- Auf Kies oder befestigtem Untergrund. Dort gibt es kein Gras, das stirbt, und wenig Dampf von unten.
- Wenn Gewicht zählt. 500 Gramm gegen 4 Kilo ist bei Bahnanreise ein echtes Argument, siehe Bollerwagen oder Rucksack.
- Als zweite Lage obendrauf, zum Sitzen auf dem Teppich.
Die Regel, die beides zusammenbringt: Was dauerhaft liegt, muss atmen. Was nur tagsüber liegt, darf dicht sein.
Was in der Praxis mehr bringt als die Entscheidung
- Täglich einmal hochnehmen und ausschütteln. Das löst das Feuchtigkeitsproblem bei beiden Varianten weitgehend.
- Nicht über Nacht bei Regen liegen lassen, wenn der Platz Senken hat — siehe Zeltplatz auswählen.
- Vor der Abreise trocknen, notfalls im Auto ausgebreitet. Feucht eingepackt wird beides schimmelig, siehe Ausrüstung einlagern.
- Beim Abbau alles mitnehmen. Zurückgelassene Planen und Decken sind ein großer Teil dessen, was nach einem Festival auf der Wiese liegt — siehe Müll auf dem Zeltplatz.
Was wir noch nicht wissen
- Wie durchlässig die Teppiche in unserem Feld tatsächlich sind. Eine Kennzahl dafür gibt es nicht, und kein Hersteller nennt eine.
- Wie viel Feuchtigkeit sich unter einer dichten Decke über eine Nacht sammelt. Mit einer Waage gut messbar und auf unserer Liste.
- Welche Veranstalter dichte Unterlagen untersagen. Das fragen wir für unsere Veranstalterübersicht ab.
Häufige Fragen
Kann man eine Picknickdecke als Zeltteppich nehmen?
Tagsüber ja, dauerhaft nicht. Die meisten Picknickdecken haben eine PE-Folie auf der Rückseite, und die ist dampfdicht: Der Wasserdampf aus dem Boden schlägt sich an der kälteren Unterseite nieder, die Decke ist nach zwei Tagen von unten nass, und das Gras darunter stirbt ab. Ein Zeltteppich ist bewusst durchlässig gewebt oder gelocht.
Warum muss ein Zeltteppich durchlässig sein?
Weil der Boden ständig Wasserdampf abgibt. Kann er nicht entweichen, kondensiert er an der Unterseite der Unterlage — dasselbe Prinzip wie an einer Zeltwand, nur in Bodennähe. Beim Einpacken nimmt man die Nässe dann mit, und im Beutel wird daraus Schimmel. Auf vielen Campingplätzen ist die Durchlässigkeit sogar vorgeschrieben, weil dichte Planen den Rasen zerstören.
Isoliert ein Zeltteppich gegen Kälte von unten?
Nein, dafür ist er nicht gedacht. Wer nachts friert, braucht eine Unterlage mit ausgewiesenem R-Wert unter dem Schlafsack — ein Teppich vor dem Zelt ändert daran nichts. Seine Aufgabe ist der Vorzeltbereich: Er hält Gras, Sand und Kies draußen, und genau die sind der häufigste Grund für Löcher in der Luftmatratze.
Wie verhindert man Nässe unter der Unterlage?
Täglich einmal hochnehmen und ausschütteln — das löst das Problem bei beiden Varianten weitgehend. Dazu: nicht über Nacht bei Regen in einer Senke liegen lassen und vor der Abreise trocknen, notfalls im Auto ausgebreitet. Die Grundregel lautet: Was dauerhaft liegt, muss atmen; was nur tagsüber liegt, darf dicht sein.
