Die Pumpe liegt zu Hause, der Strom ist weg oder der Akku leer. Die naheliegende Lösung — selbst hineinpusten — ist die schlechteste von allen, und zwar aus einem Grund, der erst am dritten Morgen sichtbar wird.
Die Rechnung
Eine Luftmatratze für eine Person fasst grob 150 bis 250 Liter. Ein normaler Atemzug bewegt etwa einen halben Liter, kräftig ausgeatmet rund einen Liter.
| Methode | Luft je Vorgang | für 200 Liter |
|---|---|---|
| Mit dem Mund | rund 1 l | etwa 200 kräftige Atemzüge |
| Müllsack, 60 l | rund 50 l nutzbar | 4 Füllungen |
| Packsack, 20 l | rund 15 l nutzbar | 13 Füllungen |
| Handpumpe | 1 bis 2 l je Hub | 100 bis 200 Hübe |
Der Beutel ist um Größenordnungen schneller als alles andere ohne Strom — und er kostet nichts.
Der eigentliche Grund gegen die Lunge
Ausgeatmete Luft ist nahezu wasserdampfgesättigt. Wer 200 Atemzüge in eine Matratze bläst, bringt damit in der Größenordnung mehrerer Milliliter Wasser in ein geschlossenes, dunkles, warmes Volumen — zusammen mit allem, was aus dem Mund mitkommt.
Dieses Wasser kommt nicht wieder heraus. Es schlägt sich an der Innenwand nieder, sobald die Matratze nachts abkühlt — derselbe Vorgang wie beim Taupunkt an der Zeltwand. Das Ergebnis nach ein paar Saisons ist der typische Geruch beim Aufpumpen und, bei selbstaufblasenden Matten, Schimmel im Schaumkern, der sich nicht mehr entfernen lässt.
Bei selbstaufblasenden Matten und Isomatten mit Schaumkern ist Aufblasen mit dem Mund deshalb die Methode, die man dauerhaft nicht anwenden sollte. Die meisten Hersteller schreiben das auch — es steht nur im Beipackzettel.
Die Beutelmethode
- Beutel aufziehen: Öffnung weit auf, mit einer schnellen Bewegung durch die Luft ziehen. Er füllt sich praktisch von selbst — man schöpft Luft, man pustet sie nicht hinein.
- Öffnung zusammendrehen und an das Ventil setzen oder über den Ventilstutzen stülpen.
- Beutel ausrollen, von der geschlossenen Seite her, und den Inhalt hineindrücken.
- Ventil zuhalten, Beutel neu füllen, wiederholen.
- Die letzten zehn Prozent dürfen aus dem Mund kommen — darauf kommt es nicht an, und es stellt den Enddruck her.
Für ultraleichte Isomatten gibt es dafür Pumpsäcke, die das Prinzip mit passendem Ventilanschluss umsetzen; welche Anschlüsse wo passen, steht unter Ventile und Adapter.
Die anderen Behelfe
- Selbstaufblasende Matte: einfach das Ventil öffnen und 20 bis 40 Minuten warten. Der Schaumkern saugt sich von allein voll, zwei, drei Atemzüge am Ende reichen für die Härte. Wie das funktioniert, steht unter selbstaufblasend erklärt.
- Autoluftdüse oder Gebläse auf Kaltstufe: funktioniert, wenn der Luftstrom in den Ventilstutzen passt.
- Staubsauger mit Blasanschluss: nur mit Strom, und am Campingplatz nur mit Anmeldung, siehe Stromkabel.
- Zweite Luftmatratze als Blasebalg: funktioniert, ist aber mehr Arbeit als der Beutel.
Nicht zu voll
Zwei Drittel Füllung sind bequemer und haltbarer als prall. Eine straff aufgepumpte Matte hat mehr Spannung im Material und reagiert empfindlicher auf einen Stein darunter — und nachts kommt der Temperatureffekt dazu, der in Luftmatratze flicken vorgerechnet ist: Von 25 auf 8 Grad fällt der Druck um 5,7 Prozent.
Was wir noch nicht wissen
- Das tatsächliche Volumen unserer Modelle. Kein Hersteller gibt es an — es ist nur aus den Außenmaßen abschätzbar, und die Kammerform geht dabei verloren.
- Wie viel Wasser 200 Atemzüge wirklich einbringen. Die Größenordnung ergibt sich aus der Sättigung der Ausatemluft, gemessen haben wir es nicht.
- Welche Pumpen in unserem Feld einen Pumpsack ersetzen können. Die Förderleistung ist bei zwei Dritteln der Modelle nicht angegeben.
Häufige Fragen
Wie bläst man eine Luftmatratze ohne Pumpe auf?
Mit einem Müllsack oder Packsack. Beutel weit öffnen, schnell durch die Luft ziehen — er füllt sich von selbst — Öffnung zusammendrehen, an das Ventil setzen und den Inhalt ausrollend hineindrücken. Ein 60-Liter-Müllsack bringt rund 50 Liter nutzbar, eine 200-Liter-Matratze ist also nach vier Füllungen voll. Mit dem Mund wären es etwa 200 kräftige Atemzüge.
Warum soll man Luftmatratzen nicht mit dem Mund aufblasen?
Wegen der Feuchtigkeit. Ausgeatmete Luft ist nahezu wasserdampfgesättigt, und 200 Atemzüge bringen in der Größenordnung mehrerer Milliliter Wasser in ein geschlossenes, dunkles, warmes Volumen. Es kommt nicht wieder heraus und schlägt sich an der Innenwand nieder, sobald die Matratze nachts abkühlt. Bei selbstaufblasenden Matten führt das zu Schimmel im Schaumkern, der sich nicht mehr entfernen lässt.
Muss man eine selbstaufblasende Matte aufpumpen?
Kaum. Ventil öffnen, 20 bis 40 Minuten warten, dann reichen zwei oder drei Atemzüge für die gewünschte Härte. Der Schaumkern dehnt sich beim Entspannen aus und saugt die Luft von allein an — das ist der ganze Mechanismus. Je länger die Matte vorher komprimiert gelagert war, desto länger dauert es.
Wie prall soll eine Luftmatratze sein?
Etwa zwei Drittel. Eine prall aufgepumpte Matte hat mehr Spannung im Material und reagiert empfindlicher auf einen Stein darunter — der häufigste Schaden kommt von unten, nicht von Materialermüdung. Dazu kommt der Temperatureffekt: Von 25 Grad beim Aufpumpen auf 8 Grad vor Sonnenaufgang fällt der Druck um 5,7 Prozent, und das ist in der Größenordnung des gesamten Überdrucks.