Moderne Kompressorkühlboxen haben meist beide Anschlüsse: 12 Volt Gleichspannung und 230 Volt Wechselspannung. Welchen man nimmt, ist keine Geschmacksfrage.
Die Regel
Was mit 12 Volt läuft, sollte an 12 Volt laufen.
Der Grund ist der Wirkungsgrad. Ein Kompressor arbeitet intern mit Gleichspannung. Der Weg über 230 Volt bedeutet:
- Wechselrichter: 12 V Gleichspannung → 230 V Wechselspannung. Kostet 8 bis 15 Prozent.
- Netzteil der Box: 230 V Wechselspannung → wieder Gleichspannung. Kostet erneut.
Zusammen sind das grob 20 Prozent, die als Wärme verloren gehen — bei einem Gerät, das 360 Wattstunden am Tag braucht, also rund 70 Wattstunden täglich für nichts. Die Rechnung lässt sich im Batterielaufzeit-Rechner durchspielen.
Wann welcher Anschluss
| Situation | richtig | warum |
|---|---|---|
| Während der Fahrt | 12 V | Lichtmaschine lädt nach, keine Wandlung |
| Am Zelt mit Powerstation | 12 V, wenn die Station einen Ausgang hat | spart den internen Wechselrichter |
| Powerstation nur mit Schuko | 230 V | keine Wahl — und den Verlust einrechnen |
| Landstrom am Campingplatz | 230 V | Netz ist ohnehin Wechselspannung |
| Zu Hause vorkühlen | 230 V | gleicher Grund |
| Auto steht drei Tage | gar nicht an der Autobatterie | siehe Autobatterie leer |
Der Anlaufstrom
Ein Kompressor zieht beim Einschalten kurz ein Vielfaches seiner Dauerleistung. Das kostet kaum Energie — es dauert Sekundenbruchteile — kann aber dazu führen, dass eine Stromquelle abschaltet.
- An einer kleinen Powerstation mit 300 Watt Dauerleistung und 600 Watt Spitze kann eine Kühlbox den Anlauf ausreizen. In unserem Feld der kleinen Stationen haben drei von fünf genau diese Werte.
- An einem knapp bemessenen Wechselrichter passiert dasselbe.
- Erkennbar daran, dass die Station kurz nach dem Einschalten abschaltet, obwohl der Dauerverbrauch weit unter der Grenze liegt.
Abhilfe: eine Stromquelle mit ausreichender Spitzenleistung — grob das Doppelte bis Dreifache der Dauerleistung des Geräts. Manche Hersteller bieten zusätzlich eine Anlaufhilfe, die die Spannung kurzzeitig anpasst; was das genau tut, steht unter X-Boost und Anlaufstrom.
Das Kabel auf der 12-V-Seite
Hier wird ein Punkt relevant, den die 230-V-Seite nicht hat: Bei gleicher Leistung fließt bei 12 Volt fast zwanzigmal so viel Strom wie bei 230.
| Leistung | Strom bei 230 V | Strom bei 12 V |
|---|---|---|
| 50 W (Kühlbox) | 0,22 A | 4,2 A |
| 150 W | 0,65 A | 12,5 A |
Praktische Folgen:
- Das mitgelieferte 12-V-Kabel benutzen, nicht verlängern. Ein langes dünnes Kabel erzeugt Spannungsfall, und die Box schaltet wegen Unterspannung ab.
- Steckverbindungen sauber halten. Übergangswiderstand an einer korrodierten Bordsteckdose erzeugt Wärme.
- Die Absicherung prüfen. Eine Bordsteckdose ist typischerweise mit 10 bis 20 Ampere abgesichert — für eine Kühlbox reicht das, für größere Verbraucher nicht, siehe Wechselrichter.
Die Unterspannungsabschaltung
Viele 12-V-Kühlboxen haben eine einstellbare Batteriewächterfunktion mit Stufen wie „low, medium, high“. Sie schaltet das Gerät ab, bevor die Batterie zu tief entladen ist.
- An einer Starterbatterie: hohe Stufe. Dann bleibt genug Reserve zum Starten — nutzbar sind ohnehin nur rund 30 Prozent.
- An einer Versorgungsbatterie oder Powerstation: niedrige Stufe. Dort darf tiefer entladen werden.
- Die Werkseinstellung ist nicht automatisch richtig. Sie steht im Handbuch und wird beim Auspacken übersprungen.
Diese Einstellung ist der wirksamste Schutz gegen ein Auto, das am Sonntag nicht anspringt — und sie kostet zwei Minuten.
Was wir noch nicht wissen
- Der reale Wirkungsgrad der Netzteile. Weder Wechselrichter- noch Netzteilwirkungsgrade werden von den Herstellern in unseren Feldern beziffert; unsere 8 bis 15 Prozent je Wandlung sind Erfahrungswerte.
- Der Anlaufstrom je Kühlgerät. Steht in keinem Datenblatt, obwohl er darüber entscheidet, ob eine Station das Gerät startet.
- Die Abschaltschwellen der Batteriewächterstufen. Die Bezeichnungen „low/medium/high“ sind herstellerabhängig und selten in Volt angegeben.
Häufige Fragen
Kühlbox an 12 V oder 230 V anschließen?
An 12 Volt, wann immer es geht. Ein Kompressor arbeitet intern mit Gleichspannung — der Weg über 230 Volt bedeutet zwei Wandlungen: erst der Wechselrichter von 12 auf 230 Volt, dann das Netzteil der Box zurück auf Gleichspannung. Jede kostet 8 bis 15 Prozent, zusammen also grob ein Fünftel. Bei einem Gerät mit 360 Wattstunden Tagesverbrauch sind das rund 70 Wattstunden täglich für nichts. Bei Landstrom ist 230 Volt dagegen richtig.
Warum schaltet meine Powerstation beim Einschalten der Kühlbox ab?
Wegen des Anlaufstroms. Ein Kompressor zieht beim Start kurz ein Vielfaches seiner Dauerleistung — das kostet kaum Energie, kann aber die Spitzenleistung überschreiten. Erkennbar ist es daran, dass die Station unmittelbar nach dem Einschalten abschaltet, obwohl der Dauerverbrauch weit unter der Grenze liegt. Abhilfe ist eine Quelle mit dem Zwei- bis Dreifachen der Dauerleistung als Spitzenwert.
Darf man das 12-V-Kabel der Kühlbox verlängern?
Besser nicht. Bei gleicher Leistung fließt bei 12 Volt fast zwanzigmal so viel Strom wie bei 230 — eine 50-Watt-Kühlbox zieht an 12 Volt 4,2 Ampere statt 0,22. Ein langes, dünnes Verlängerungskabel erzeugt dadurch Spannungsfall, und die Box schaltet wegen Unterspannung ab. Das mitgelieferte Kabel benutzen, Steckverbindungen sauber halten und die Absicherung der Bordsteckdose prüfen.
Was bringt die Batteriewächter-Einstellung an der Kühlbox?
Sie schaltet das Gerät ab, bevor die Batterie zu tief entladen ist — und ist damit der wirksamste Schutz gegen ein Auto, das am Sonntag nicht anspringt. An einer Starterbatterie gehört die hohe Stufe eingestellt, weil dort ohnehin nur rund 30 Prozent nutzbar sind; an einer Versorgungsbatterie oder Powerstation die niedrige. Die Werkseinstellung ist nicht automatisch die richtige.
