Pavillon aus Metall: Stahl oder Aluminium — und warum das Profilmaß wichtiger ist

„Metallpavillon“ klingt nach einer Entscheidung, ist aber keine: Praktisch jeder Pavillon im Handel hat ein Metallgestänge. Die tatsächliche Frage lautet Stahl oder Aluminium — und die drittwichtigste Antwort darauf ist, dass beides zweitrangig ist.

Die Zahl, die über beidem steht

Entscheidend für die Steifigkeit eines Standbeins ist nicht der Werkstoff, sondern der Querschnitt. Bei dünnwandigen Hohlprofilen wächst die Biegesteifigkeit ungefähr mit der dritten Potenz des Kantenmaßes. Von 30 auf 40 Millimeter ist das rechnerisch rund das 2,4-Fache — bei gleicher Wandstärke.

In unserem Pavillon-Vergleich kommen vier Profilmaße vor:

Profil Werkstoff Reihe
30 mm Vierkant Stahl Einstieg
32 mm Vierkant Aluminium Einstieg
40 mm Hexagon Stahl oder Aluminium Premium / Professional
90 mm Vierkant Aluminium fester Gartenpavillon

Ein 40-mm-Stahlprofil ist einem 32-mm-Aluminiumprofil überlegen, und ein 40-mm-Aluminiumprofil einem 30-mm-Stahlprofil. Die Werkstofffrage entscheidet sich erst innerhalb derselben Profilklasse — und genau dort wird sie interessant.

Ein Hexagonprofil kommt als zweiter Vorteil hinzu: Bei sechs Kanten sitzt mehr Material weiter von der Mitte entfernt als bei vier, was die Biegesteifigkeit bei gleichem Materialeinsatz erhöht.

Die Einschränkung, die wir nennen müssen: Kein Hersteller in unserem Feld gibt die Wandstärke an. Ein 40-mm-Profil mit dünner Wand kann schwächer sein als ein kräftiges 30-mm-Profil. Das Kantenmaß ist die beste verfügbare Information, nicht die vollständige.

Stahl: gutmütig, aber rostanfällig an der falschen Stelle

Stahlgestänge sind pulverbeschichtet. Diese Beschichtung ist der einzige Korrosionsschutz — im Gegensatz zu vollverzinkten Rohren, bei denen der Schutz im Material sitzt.

Und sie platzt planmäßig ab. Bei einem Faltpavillon berühren sich die Scherenstreben bei jedem Zusammenklappen. Genau dort, an den Gelenken und Kreuzungspunkten, reibt die Beschichtung auf — und ab da rostet es von innen nach außen, an der Stelle, die die gesamte Last trägt.

Dafür hat Stahl einen Vorteil, der im Ernstfall zählt: Es verbiegt sich, bevor es bricht. Ein überlastetes Stahlbein ist krumm und lässt sich notdürftig zurückbiegen; der Pavillon steht noch.

Aluminium: korrosionsfrei, aber es knickt

Aluminium bildet an der Luft selbst eine Oxidschicht und braucht keine Beschichtung. An den Scherengelenken — der Schwachstelle der Bauart — ist das der wichtigste Vorteil, wichtiger als das geringere Gewicht.

Der Nachteil ist das Versagensverhalten: Aluminium knickt, statt sich zu verbiegen. Ein überlastetes Bein ist nicht krumm, sondern hin, und der Pavillon fällt zusammen. Ein Ersatzteilfall statt eines Schönheitsfehlers.

Das geringere Gewicht ist auf einem Zeltplatz trotzdem relevant: Dort wird alles vom Parkplatz getragen. Gewichtsangaben veröffentlicht allerdings kein Hersteller in unserem Feld — auch das eine Lücke, die wir nur benennen können.

Die Entscheidungsregel

  1. Zuerst das Profilmaß. 40 mm Hexagon, wenn der Pavillon länger als einen Nachmittag draußen steht. Alles andere ist nachrangig.
  2. Dann der Werkstoff. Innerhalb derselben Profilklasse: Aluminium, wenn der Pavillon häufig transportiert und gelegentlich feucht eingepackt wird. Stahl, wenn er selten bewegt wird und der Preis zählt.
  3. Bei festen Konstruktionen gilt beides nicht. Dort geht es nicht mehr um Millimeter, sondern um Zentimeter: Der Gartenpavillon in unserem Feld hat 90-mm-Pfosten aus Aluminium und wird mit Betonankern im Fundament befestigt. Das ist eine andere Produktkategorie — mehr dazu unter Pavillon 3×4, wo beide Bauarten nebeneinanderstehen.

Und die vollverzinkten Rohre?

Bei den festen Partyzelten kommt eine dritte Variante vor: vollverzinkte Stahlrundrohre. Verzinkt heißt, dass der Korrosionsschutz nicht aufgetragen, sondern in einer Zinkschicht chemisch mit dem Stahl verbunden ist — deutlich haltbarer als Pulverbeschichtung, und ein Kratzer legt nicht sofort blanken Stahl frei.

Ein Rundrohrdurchmesser lässt sich mit einem Vierkant- oder Hexagon-Kantenmaß allerdings nicht direkt vergleichen. In unserer Tabelle bleibt das Feld bei diesen Modellen deshalb leer, statt eine Zahl hinzuschreiben, die eine Vergleichbarkeit suggeriert, die es nicht gibt. Der Hersteller nennt für diese Rohre ohnehin kein Maß.

Was wir noch nicht wissen

  • Die Wandstärke. Der wichtigste fehlende Wert dieser ganzen Seite. Ein Messschieber klärt ihn in zehn Sekunden, sobald Geräte hier stehen.
  • Das Gewicht je Modell. Kein Hersteller im Feld gibt es an — obwohl es die Kernfrage beim Transport ist.
  • Wie schnell die Pulverbeschichtung an den Gelenken tatsächlich aufreibt. Das ließe sich über mehrere Saisons protokollieren.
  • Der Durchmesser der vollverzinkten Rohre. Nicht angegeben, und auch auf Nachfrage bisher nicht beantwortet.

Häufige Fragen

Stahl oder Aluminium beim Pavillon?

Innerhalb derselben Profilklasse: Aluminium, wenn der Pavillon häufig transportiert und gelegentlich feucht eingepackt wird — es korrodiert nicht, und genau an den Scherengelenken platzt bei Stahl die Pulverbeschichtung ab. Stahl, wenn er selten bewegt wird und der Preis zählt; außerdem verbiegt es sich bei Überlastung, während Aluminium knickt. Wichtiger als beides ist das Profilmaß: 40 mm Hexagon schlägt 32 mm Vierkant unabhängig vom Werkstoff.

Welches Profilmaß braucht ein stabiler Pavillon?

40 Millimeter, wenn er länger als einen Nachmittag draußen steht. Bei dünnwandigen Hohlprofilen wächst die Biegesteifigkeit etwa mit der dritten Potenz des Kantenmaßes — von 30 auf 40 mm ist das rechnerisch rund das 2,4-Fache. Ein Hexagonprofil ist bei gleichem Materialeinsatz zusätzlich steifer als ein Vierkant. Einschränkung: Die Wandstärke gibt kein Hersteller an, deshalb ist das Kantenmaß die beste verfügbare, nicht die vollständige Information.

Rostet ein Stahlpavillon?

Ja, und zwar bevorzugt dort, wo es am meisten schadet. Der Korrosionsschutz ist eine Pulverbeschichtung, und bei einem Faltpavillon reiben sich die Scherenstreben bei jedem Zusammenklappen an den Gelenken auf. Genau an diesen Kreuzungspunkten, die die gesamte Last tragen, beginnt der Rost. Vollverzinkte Rohre — bei festen Partyzelten üblich — haben dieses Problem nicht, weil der Schutz im Material sitzt.

Was ist ein Hexagonprofil?

Ein Sechskant-Hohlprofil statt eines Vierkants. Bei sechs Kanten sitzt mehr Material weiter von der neutralen Faser entfernt, was die Biegesteifigkeit bei gleichem Materialeinsatz erhöht. In unserem Feld tragen die Premium- und Professional-Reihen 40-mm-Hexagonprofile, die Einstiegsreihen 30- beziehungsweise 32-mm-Vierkantprofile — das ist ein doppelter Unterschied aus Maß und Form.

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