Der Abbau im Regen ist der Moment, in dem die meisten Pavillons kaputtgehen — nicht der Sturm in der Nacht davor. Der Grund ist eine Zahl, die niemand im Kopf hat.
Die Zahl
Wasser wiegt ein Kilogramm je Liter. Auf einem Dach von 3 × 3 Metern bedeutet das:
| Wasserstand in der Mulde | Volumen | Gewicht |
|---|---|---|
| 5 mm über die ganze Fläche | 45 l | 45 kg |
| 10 mm | 90 l | 90 kg |
| 20 mm | 180 l | 180 kg |
Und es bleibt nicht bei einer gleichmäßigen Schicht: Jede Mulde vertieft sich selbst. Das Wasser dehnt die Plane, die Plane sinkt tiefer, es passt mehr Wasser hinein. Deshalb reißen Dächer nicht langsam, sondern plötzlich.
Woran das liegt und wie man es vorher verhindert, steht unter Pavillon wasserdicht bekommen.
Warum man nie von unten drückt
Der erste Reflex ist, mit beiden Händen oder einem Besenstiel gegen die Mulde zu drücken. Drei Gründe dagegen:
- Das Wasser kommt in einem Schwall herunter — und zwar über die Person, die drückt, nicht nach außen.
- Die punktuelle Last reißt die Plane. 90 kg verteilt sind harmlos, 90 kg auf einer Handfläche nicht.
- Das Gestänge bekommt den Schlag. Wenn 90 Liter schlagartig auf eine Seite wandern, knickt die Strebe, nicht das Wasser.
Richtig ist das Gegenteil: Man senkt eine Ecke ab und lässt das Wasser kontrolliert ablaufen — langsam, über die Außenkante, und dorthin, wo niemand steht.
Die Reihenfolge
- Alles aus dem Pavillon räumen, bevor irgendetwas gelöst wird. Was unter dem Dach steht, wird sonst nass — und man braucht beide Hände.
- Seitenwände zuerst ab. Sie halten Wasser, fangen Wind und sind einzeln leichter zu handhaben.
- Wasser ablassen: eine Ecke auf die niedrigste Höhenstufe fahren oder das Bein anheben, bis das Wasser über die Kante geht. Zu zweit von zwei gegenüberliegenden Ecken.
- Erst jetzt den Ballast lösen, nie vorher. Ein entlasteter Pavillon mit Wasser auf dem Dach ist instabil, siehe Pavillon befestigen.
- Dach abnehmen, solange das Gestänge noch steht. Auf einem zusammengeschobenen Scherengitter bekommt man die Plane nicht mehr sauber herunter.
- Gestänge zusammenschieben — Finger weg von den Scherengelenken, dort passieren die Quetschverletzungen.
- Plane grob abstreifen, mit der Hand oder einem Handtuch. Das entfernt den größten Teil des Wassers in einer Minute.
Nass eingepackt: die 48-Stunden-Grenze
Eine nasse Plane in einer geschlossenen Tasche ist warm, dunkel und feucht. Nach etwa zwei Tagen ist Schimmel sichtbar, und er geht aus einer PU-Beschichtung nicht mehr vollständig heraus.
- Auf dem Platz: Plane lose einrollen statt falten, nicht in den Packsack pressen, im Auto nicht unter anderes Gepäck.
- Zu Hause am selben Tag ausbreiten — Wohnzimmerboden, Keller, Garage, Wäscheleine. Die Details stehen unter Zelt trocknen.
- Wenn es zu spät ist: Schimmel entfernen. Die Flecken bleiben meistens, die Dichtigkeit lässt sich oft retten.
- Metallteile trocknen, bevor eingelagert wird — siehe Pavillon-Gestänge aus Metall und Ausrüstung einlagern.
Vorher: drei Dinge, die den Abbau retten
- Ein Gefälle einbauen. Ein Bein eine Stufe niedriger stellen, und es bildet sich keine Mulde. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.
- Nachspannen, wenn die Plane sich dehnt. Eine durchhängende Plane sammelt, eine straffe leitet ab.
- Zwischendurch entleeren. Wer in der Nacht einmal die Ecke absenkt, hat morgens kein Problem.
Was wir noch nicht wissen
- Ab welcher Wassermenge die Dächer in unserem Feld reißen. Kein Hersteller nennt eine Flächenlast für das Dach — nur Wassersäulen, und die sagen dazu nichts.
- Wie schnell sich eine Mulde selbst vertieft. Das hängt an der Dehnung der Plane, und die wird nirgends angegeben.
- Ob die mitgelieferten Taschen belüftet sind. In unserem Pavillon-Feld ist das bei keinem Modell angegeben.
Häufige Fragen
Wie viel wiegt Wasser auf einem Pavillondach?
Ein Liter wiegt ein Kilogramm. Auf einem 3 × 3 Meter großen Dach sind schon 10 Millimeter stehendes Wasser 90 Liter, also 90 Kilogramm. Dazu kommt, dass jede Mulde sich selbst vertieft: Das Wasser dehnt die Plane, die Plane sinkt tiefer, es passt mehr hinein. Deshalb reißen Pavillondächer nicht langsam, sondern plötzlich.
Wie bekommt man das Wasser vom Pavillondach?
Indem man eine Ecke absenkt und das Wasser kontrolliert über die Außenkante ablaufen lässt — nicht, indem man von unten dagegen drückt. Beim Drücken kommt das Wasser in einem Schwall über die drückende Person, die punktuelle Last reißt die Plane, und wenn 90 Liter schlagartig auf eine Seite wandern, knickt die Strebe.
Kann man einen Pavillon nass einpacken?
Für die Heimfahrt ja, länger nicht. Nach etwa zwei Tagen in einer geschlossenen Tasche ist Schimmel sichtbar, und aus einer PU-Beschichtung geht er nicht mehr vollständig heraus. Für die Fahrt lose einrollen statt falten, nicht in den Packsack pressen, nicht unter anderes Gepäck — und zu Hause noch am selben Tag ausbreiten.
In welcher Reihenfolge baut man einen Pavillon im Regen ab?
Erst ausräumen, dann die Seitenwände abnehmen, dann das Wasser über eine abgesenkte Ecke ablassen. Erst danach den Ballast lösen — ein entlasteter Pavillon mit Wasser auf dem Dach ist instabil. Dann das Dach abnehmen, solange das Gestänge noch steht, und zuletzt das Scherengitter zusammenschieben.
