Alle Werte stammen von den Produktseiten des Herstellers, Stand 23.09.2026. Keine Eigenmessung. Die Ballastrechnung weiter unten ist eine Überschlagsrechnung mit offengelegten Annahmen, keine statische Bemessung. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
TOOLPORT Premium Faltpavillon 3×3 m, Stahl 40 mm Hexagon, 4 Seitenteile mit Panoramafenster
nach Datenblatt bewertet- Grundfläche 3×3
- Faltpavillon (Scherenmechanismus) ja
- Gestänge Stahl
- Profilmaß der Standbeine 40 mm
TOOLPORT Economy Faltpavillon 3×3 m, Stahl 30 mm Vierkant, 4 Seitenteile
nach Datenblatt bewertet- Grundfläche 3×3
- Faltpavillon (Scherenmechanismus) ja
- Gestänge Stahl
- Profilmaß der Standbeine 30 mm
TOOLPORT Premium Faltpavillon 3×4,5 m, Stahl 40 mm Hexagon, Plane 800N schwer entflammbar, ohne Seitenteile
nach Datenblatt bewertet- Grundfläche 3×4,5
- Faltpavillon (Scherenmechanismus) ja
- Gestänge Stahl
- Profilmaß der Standbeine 40 mm
Ein Pavillon ist das einzige Stück Campingausrüstung, dessen häufigster Schadensfall nicht Verschleiß ist, sondern Wegfliegen. Man findet ihn am Sonntagmorgen drei Parzellen weiter, verkeilt in fremden Abspannleinen, mit verbogenen Standbeinen.
Trotzdem dreht sich die gesamte Produktkommunikation dieser Kategorie um Wörter statt um Zahlen: stabil, sturmfest, winterfest, wasserdicht. In den Produktbeschreibungen bei Amazon stehen diese vier Begriffe hundertfach — eine Windlastgrenze steht bei keinem einzigen Modell in unserem Feld.
Diese Seite macht zwei Dinge: Sie stellt die eine Zahl in den Mittelpunkt, an der sich Stabilität tatsächlich ablesen lässt. Und sie rechnet vor, welche Kräfte an einem Pavillondach ziehen.
Das Profilmaß ist die Zahl, auf die es ankommt
Die Standbeine tragen nicht nur das Dach — sie halten die gesamte Windlast. Wie steif sie sind, hängt fast vollständig vom Querschnitt ab, und der lässt sich in einer Zahl ausdrücken: dem Kantenmaß des Profils in Millimetern.
In unserem Feld reicht diese Zahl von 30 bis 90 Millimetern:
| Bauart | Profil | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Faltpavillon Einstieg (Stahl) | 30 mm Vierkant | Sommernachmittag, windstill, beaufsichtigt |
| Faltpavillon Einstieg (Alu) | 32 mm Vierkant | dasselbe, aber leichter zu tragen |
| Faltpavillon Premium (Stahl) | 40 mm Hexagon | mehrtägiger Einsatz im Freien |
| Faltpavillon Professional (Alu) | 40 mm Hexagon | dasselbe, korrosionsfrei — die einzige Kombination aus beidem |
| Fester Gartenpavillon (Alu) | 90 mm Vierkant | Dauerstandort mit Fundament |
Der Sprung von 30 auf 40 Millimetern ist größer, als die Zahlen vermuten lassen. Bei dünnwandigen Hohlprofilen wächst die Biegesteifigkeit ungefähr mit der dritten Potenz des Kantenmaßes. Von 30 auf 40 mm ist das rechnerisch etwa das 2,4-Fache — bei gleicher Wandstärke. Die Wandstärke gibt der Hersteller nicht an, deshalb ist das eine Größenordnung und kein Messwert. Aber es erklärt, warum ein Drittel mehr Kantenmaß in der Praxis einen ganz anderen Pavillon ergibt.
Der 90-mm-Pfosten des festen Gartenpavillons liegt noch einmal in einer anderen Welt: neunfache Querschnittsfläche gegenüber 30 mm. Wer nach „winterfest“ sucht, meint in Wahrheit dieses Gerät — und nicht einen Faltpavillon, den derselbe Suchbegriff bei Amazon zuerst ausspuckt.
Pavillons im Vergleich
| Modell | Grundfläche | Faltpavillon (Scherenmechanismus) | Gestänge | Profilmaß der Standbeine (mm) | Profilform | Dachmaterial | Planenbezeichnung des Herstellers | Dachnähte | Als schwer entflammbar bezeichnet | Seitenteile im Lieferumfang | Aufbau ohne Werkzeug | Herstellerangaben vollständig | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TOOLPORT Premium Faltpavillon 3×3 m, Stahl 40 mm Hexagon, 4 Seitenteile mit Panoramafenster | 3×3 | ja | Stahl | 40 mm | Hexagon | Polyester, PVC-beschichtet | 750N | bandversiegelt | nein | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Professional Faltpavillon 4×4 m, Aluminium 40 mm Sechskant, Plane 850 N schwer entflammbar, 4 Seitenteile | 4×4 | ja | Aluminium | 40 mm | Hexagon | Polyester, PVC-beschichtet | 850 N | bandversiegelt | ja | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Premium Faltpavillon 3×4,5 m, Stahl 40 mm Hexagon, Plane 800N schwer entflammbar, ohne Seitenteile | 3×4,5 | ja | Stahl | 40 mm | Hexagon | Polyester, PVC-beschichtet | 800N | bandversiegelt | ja | 0 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Premium Faltpavillon 3×6 m, Stahl 40 mm Hexagon, 4 Seitenteile mit Panoramafenster | 3×6 | ja | Stahl | 40 mm | Hexagon | Polyester, PVC-beschichtet | 750N | bandversiegelt | nein | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Premium Faltpavillon 3×4,5 m, Stahl 40 mm Hexagon, 4 Seitenteile ohne Fenster | 3×4,5 | ja | Stahl | 40 mm | Hexagon | Polyester, PVC-beschichtet | 750N | bandversiegelt | nein | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Premium Faltpavillon 4×4 m, Stahl 40 mm Hexagon, 4 Seitenteile mit Panoramafenster | 4×4 | ja | Stahl | 40 mm | Hexagon | Polyester, PVC-beschichtet | 750N | bandversiegelt | nein | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Economy Faltpavillon 3×3 m, Aluminium 32 mm Vierkant, 4 Seitenteile | 3×3 | ja | Aluminium | 32 mm | Vierkant | Polyester, PVC-beschichtet | 700N | bandversiegelt | nein | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Economy Faltpavillon 3×3 m, Stahl 30 mm Vierkant, 4 Seitenteile | 3×3 | ja | Stahl | 30 mm | Vierkant | Polyester, PVC-beschichtet | 700N | bandversiegelt | nein | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Economy Faltpavillon 3×6 m, Aluminium 32 mm Vierkant, 2 Seitenteile | 3×6 | ja | Aluminium | 32 mm | Vierkant | Polyester, PVC-beschichtet | 700N | bandversiegelt | nein | 2 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Economy Faltpavillon 3×4,5 m, Stahl 30 mm Vierkant, 4 Seitenteile mit Panoramafenster | 3×4,5 | ja | Stahl | 30 mm | Vierkant | Polyester, PVC-beschichtet | 700N | bandversiegelt | nein | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Economy Faltpavillon 3×3 m, Stahl 30 mm Vierkant, 2 Seitenteile | 3×3 | ja | Stahl | 30 mm | Vierkant | Polyester, PVC-beschichtet | 700N | bandversiegelt | nein | 2 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Economy Faltpavillon 3×4,5 m, Stahl 30 mm Vierkant, 2 Seitenteile mit Panoramafenster | 3×4,5 | ja | Stahl | 30 mm | Vierkant | Polyester, PVC-beschichtet | 700N | bandversiegelt | nein | 2 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Partyzelt 3×4 m, PVC-Plane 600 N, vollverzinkte Stahlrohre, Klicksystem | 3×4 | nein | Stahl | k. A. | Rundrohr, vollverzinkt | PVC | 600 N | Dachplane aus einem Stück | nein | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Gartenpavillon Sunset Deluxe 3×4 m, Aluminium 90 mm Vierkantpfosten, Polycarbonat-Hartdach 8 mm | 3×4 | nein | Aluminium | 90 mm | Vierkant | Polycarbonat, ca. 8 mm | — | keine (Hartdach) | nein | 4 | nein | ja | Preis prüfen |
| TOOLPORT Partyzelt 3×6 m, PE-Plane mit Reißkraft 350 N, vollverzinkte Stahlrohre | 3×6 | nein | Stahl | k. A. | Rundrohr, vollverzinkt | PE | 350 N (Reißkraft) | Dachplane aus einem Stück | nein | 4 | ja | ja | Preis prüfen |
Alle Leistungsdaten sind Herstellerangaben. Lautstärke- und Ladezeitangaben sind zwischen Herstellern nur eingeschränkt vergleichbar, weil die Bezugslast abweicht.
Was die Tabellenwerte bedeuten
- Profilmaß und Profilform gehören zusammen. Ein Hexagonprofil ist bei gleichem Materialeinsatz biegesteifer als ein Vierkant, weil das Material weiter von der neutralen Faser entfernt sitzt. 40 mm Hexagon gegen 30 mm Vierkant ist deshalb ein doppelter Vorteil. Bei den beiden Partyzelten mit vollverzinkten Rundrohren nennt der Hersteller kein Maß — und ein Rundrohrdurchmesser ließe sich mit einem Kantenmaß ohnehin nicht vergleichen. Deshalb bleibt das Feld dort leer statt falsch gefüllt.
- Die Zahl auf der Plane ist eine Falle. Der Hersteller bezeichnet Dachplanen als 700N, 750N, 800N und 600 N. Beim PE-Partyzelt schreibt dasselbe Unternehmen ausdrücklich „Reißkraft der Plane 350 N“ — mit Sternchen. Bei den Faltpavillon-Planen fehlt diese Erläuterung vollständig. Ob die Zahl dort ebenfalls eine Reißkraft meint oder eine hauseigene Gütezahl, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Wir stellen die Bezeichnungen deshalb als Text nebeneinander und rechnen nichts um. Wer „700N“ gegen „350 N“ hält, vergleicht möglicherweise zwei verschiedene physikalische Größen.
- Keine Wassersäule, bei keinem einzigen der fünfzehn Modelle. Die Angabe lautet durchgängig „100 % wasserdicht“, bei den Faltpavillons ergänzt um „bandversiegelte Nähte“. Für Zeltstoffe existiert mit DIN EN ISO 811 eine Norm, die genau das in Millimetern misst — wir nutzen sie im Zeltvergleich und im Wassersäulen-Checker. Für Pavillondächer nennt sie niemand. Eine Spalte, die bei fünfzehn von fünfzehn Produkten leer bliebe, haben wir nicht in die Tabelle gesetzt.
- „Schwer entflammbar“ ist keine Brandschutzklasse. Genau zwei von fünfzehn Modellen tragen diese Bezeichnung, und bei beiden fehlt die Prüfnorm. Für öffentliche Veranstaltungen verlangen Behörden üblicherweise einen Nachweis nach DIN 4102-B1 oder eine Klassifizierung nach EN 13501-1, jeweils mit Zertifikatsnummer. Die Formulierung allein ist keiner. Wer einen Pavillon für ein angemeldetes Fest braucht, muss das Zertifikat beim Händler anfordern.
- Seitenteile sind kein Zubehör, sondern die halbe Funktion. Ein Pavillon ohne Wände ist ein Sonnendach. Regen kommt auf einem Zeltplatz fast immer schräg. Der Aufpreis von zwei auf vier Seitenteile ist in der Regel kleiner als der spätere Einzelkauf.
- Aufbau ohne Werkzeug trennt zwei Produktwelten. Faltpavillons und die Klicksystem-Partyzelte stehen in Minuten. Der feste Gartenpavillon braucht laut Hersteller rund drei Stunden zu zweit, Werkzeug und acht Betonanker.
Wie viel Ballast braucht ein Pavillon wirklich?
Kein Hersteller im Feld beantwortet diese Frage. Also rechnen wir sie — mit offengelegten Annahmen, damit du sie nachprüfen und anpassen kannst.
Der Staudruck des Windes ist q = ½ · ρ · v², mit der Luftdichte ρ ≈ 1,25 kg/m³. Daraus ergibt sich:
- Windstärke 6 („starker Wind“, 39 bis 49 km/h). Bei 12 m/s: q ≈ 90 N/m²
- Windstärke 8 („stürmischer Wind“, 62 bis 74 km/h). Bei 18 m/s: q ≈ 202 N/m²
Ein Pavillondach ist eine angeströmte Fläche, an der der Wind vor allem nach oben zieht. Wenn wir vereinfachend mit einem Kraftbeiwert von 1,0 rechnen — also annehmen, dass der volle Staudruck als Abhebekraft wirkt —, kommt Folgendes heraus:
| Pavillon | Dachfläche | Windstärke 6 | Windstärke 8 |
|---|---|---|---|
| 3 × 3 m | 9 m² | 810 N ≈ 83 kg | 1.820 N ≈ 186 kg |
| 3 × 4,5 m | 13,5 m² | 1.215 N ≈ 124 kg | 2.730 N ≈ 278 kg |
| 3 × 6 m | 18 m² | 1.620 N ≈ 165 kg | 3.645 N ≈ 372 kg |
Auf vier Füße verteilt heißt das beim kleinsten Pavillon: rund 21 Kilogramm je Fuß bei Windstärke 6, rund 46 Kilogramm bei Windstärke 8.
Die üblichen Standfuß-Gewichtssätze aus dem Handel wiegen zwischen 5 und 15 Kilogramm pro Stück. Das reicht rechnerisch nicht einmal für Windstärke 6 — eine Windstärke, die in Deutschland an jedem zweiten Sommerwochenende irgendwo vorkommt. Genau das ist der Grund, warum in jedem Juni Pavillons über Zeltplätze und Gärten fliegen.
Was diese Rechnung nicht ist: eine statische Bemessung. Sie unterschlägt Böenfaktoren, die genaue Dachgeometrie, den Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Seiten, die Reibung der Standfüße auf dem Untergrund und die Frage, ob zuerst das Gestänge oder die Verankerung nachgibt. Eine belastbare Beurteilung erfolgt nach EN 1991-1-4, der Norm für Windlasten auf Tragwerke. Was die Rechnung liefert, ist die Größenordnung — und die ist eindeutig genug, um die wichtigste praktische Schlussfolgerung zu tragen:
Ein Pavillon, der bei aufziehendem Wind nicht beaufsichtigt ist, gehört abgebaut. Kein Ballast in einer Größenordnung, die man über einen Zeltplatz trägt, hält ein Dach dieser Fläche zuverlässig unten. Geschlossene Seitenteile verschlimmern die Lage zusätzlich, weil sie die Angriffsfläche vergrößern, statt den Wind durchzulassen.
Faltpavillon oder feste Konstruktion?
Die beiden Bauarten lösen verschiedene Probleme, und die Suchbegriffe vermischen sie ständig.
Der Faltpavillon hat einen Scherenmechanismus: Man zieht ihn zu zweit auseinander, hängt das Dach ein, fertig. Er ist für temporäre Nutzung gebaut — Markt, Veranstaltung, Wochenende. Zehn der fünfzehn Modelle im Feld sind so gebaut, und das ist die Bauart, die auf einen Zeltplatz gehört.
Die feste Konstruktion — Partyzelt oder Gartenpavillon — wird aus Einzelteilen zusammengesteckt oder verschraubt. Dafür bekommt man reißfesteres Dachmaterial (PVC statt beschichtetem Polyester) oder gleich ein Hartdach aus Polycarbonat, und Profile, die um ein Vielfaches stärker sind. Der Preis ist der Aufbau: Minuten gegen Stunden.
Die Entscheidung ist einfacher, als die Produktvielfalt vermuten lässt: Wird das Ding transportiert, ist es ein Faltpavillon. Bleibt es stehen, ist es keiner. Wer einen Faltpavillon als Dauerlösung im Garten kauft, kauft an beiden Enden falsch — und genau das passiert oft, weil die Suche nach „Pavillon wasserdicht stabil winterfest“ beide Bauarten durcheinander ausspielt.
Welche Größe passt auf einen Zeltplatz?
3 × 3 Meter ist die einzige Größe, die zuverlässig passt. Neun Quadratmeter, vier Füße, Stehhöhe unter dem Dach, und der Hersteller gibt dafür 18 Stehplätze oder 12 Sitzplätze an. Das entspricht ungefähr dem, was eine Zeltplatzparzelle neben den Zelten noch hergibt.
Alles darüber wird zum Platzproblem, bevor es zum Windproblem wird: 3 × 4,5 m und 3 × 6 m brauchen eine zusammenhängende freie Fläche, die auf einem gut belegten Platz am Freitagabend nicht mehr existiert. Dazu kommt, dass viele Campingordnungen die Grundfläche begrenzen und Feuerwehrgassen freihalten lassen — mehr dazu unter Campingordnung.
Eine Eigenheit am Rande, über die viele stolpern: Faltpavillons gibt es praktisch nicht in 3 × 4 Metern. Die Baureihen springen von 3 × 3 auf 3 × 4,5. Wer nach „Pavillon 3×4″ sucht, landet deshalb meistens bei festen Partyzelten oder Gartenpavillons — was für den gesuchten Zweck oft gar nicht passt.
Auf dem Zeltplatz: drei Dinge, die keiner in die Produktbeschreibung schreibt
- Ein Pavillondach ist keine Regenrinne. Flach gespannt sammelt es Wasser, und eine Wasserblase von wenigen Zentimetern Tiefe wiegt schnell mehrere Kilogramm. Das Dach hängt durch, die Blase wird größer, und irgendwann reißt die Plane oder knicken die Streben. Eine Seite tiefer stellen, damit das Wasser abläuft — dafür sind die höhenverstellbaren Standbeine da. Mehr dazu in der Regenausrüstung.
- Der Pavillon gehört nicht über das Zelt, sondern daneben. Wer ihn als Hitzeschutz über dem Zelt aufstellt, braucht einen deutlichen Luftspalt, sonst leitet die Plane die Wärme weiter. Die Details stehen unter Hitze im Zelt.
- Abspannen ist bei einem Pavillon wichtiger als beim Zelt. Ein Zelt ist niedrig und windschlüpfrig, ein Pavillon ist eine Fläche auf vier Beinen. Er braucht Leinen nach außen und Ballast an den Füßen — beides, nicht eines von beidem. Und die Leinen liegen im Weg der Nachbarn, siehe Anreise und Aufbau.
Was wir noch nicht wissen
Bei keinem Produkt auf dieser Seite gibt es eigene Messwerte, und bei dieser Warengruppe fehlen besonders viele Herstellerangaben. Fünf Punkte stehen auf der Liste für 2027:
- Die Wandstärke der Profile. Ohne sie ist das Kantenmaß nur die halbe Information. Ein 40-mm-Profil mit 0,8 mm Wand ist schwächer als ein 30-mm-Profil mit 1,5 mm. Das lässt sich mit einem Messschieber in zehn Sekunden klären, sobald die Geräte hier stehen.
- Die Wassersäule der Dachplane. Eine Prüfung nach DIN EN ISO 811 verlangt einen Laboraufbau, den wir nicht haben. Ein einfacher Vergleichstest mit einer Wassersäule in einem transparenten Rohr ist aber möglich und liefert wenigstens eine Rangfolge — ausdrücklich keine Norm-Angabe.
- Was die Planenbezeichnung bedeutet. Wir fragen beim Hersteller nach, ob „700N“ eine Reißkraft oder ein Flächengewicht bezeichnet. Bis eine Antwort vorliegt, steht die Bezeichnung hier als Text.
- Das tatsächliche Aufbaugewicht und Packmaß. Beides fehlt in den Datenblättern vollständig, und beides entscheidet, ob der Pavillon vom Parkplatz zum Zelt kommt.
- Die Haltekraft realer Standfußgewichte auf Wiese gegen Asphalt. Dafür brauchen wir denselben Zugkraftmesser, den wir für die Zeltheringe ohnehin anschaffen.
Häufige Fragen
Welcher Pavillon ist wirklich stabil?
Stabilität lässt sich an genau einer veröffentlichten Zahl ablesen: dem Profilmaß der Standbeine. In unserem Feld reicht es von 30 mm Vierkant bei den Einstiegsmodellen über 40 mm Hexagon bei den Premium-Faltpavillons bis zu 90 mm beim festen Gartenpavillon. Bei dünnwandigen Hohlprofilen wächst die Biegesteifigkeit etwa mit der dritten Potenz des Kantenmaßes — der Sprung von 30 auf 40 mm ist also erheblich. Werbebegriffe wie „stabil“ oder „sturmfest“ ohne diese Zahl sagen nichts.
Wie viel Gewicht braucht ein Pavillon, damit er nicht wegfliegt?
Überschlägig gerechnet zieht ein 3-×-3-Meter-Dach bei Windstärke 6 mit rund 830 Newton nach oben, das entspricht etwa 83 Kilogramm — also rund 21 Kilogramm je Standfuß. Bei Windstärke 8 sind es rund 46 Kilogramm je Fuß. Handelsübliche Standfußgewichte wiegen 5 bis 15 Kilogramm und reichen damit rechnerisch nicht einmal für Windstärke 6. Die Rechnung nimmt einen Kraftbeiwert von 1,0 an und ist eine Größenordnung, keine statische Bemessung. Die praktische Schlussfolgerung bleibt trotzdem: Bei aufziehendem Wind wird ein Pavillon abgebaut.
Was bedeutet 700N bei einer Pavillonplane?
Das ist unklar, und das ist die ehrliche Antwort. Derselbe Hersteller schreibt beim PE-Partyzelt ausdrücklich „Reißkraft der Plane 350 N“, bei den Faltpavillon-Planen mit der Bezeichnung 700N, 750N und 800N fehlt jede Einheitendefinition. In der Branche wird die Zahl häufig als Flächengewicht in Gramm je Quadratmeter gelesen, belegt ist das nicht. Wer 700N mit 350 N vergleicht, vergleicht deshalb möglicherweise zwei verschiedene physikalische Größen.
Ist ein Faltpavillon wasserdicht?
Die Hersteller schreiben durchgängig „100 % wasserdicht“, teilweise ergänzt um „bandversiegelte Nähte“. Eine Wassersäule in Millimetern nach DIN EN ISO 811 — die Norm, mit der Zeltstoffe gemessen werden — nennt kein einziges Modell in unserem Feld. Praktisch relevanter als der Stoff ist ohnehin die Dachneigung: Flach gespannt sammelt jedes Pavillondach Wasser, die Blase wird schwer, und dann versagt die Konstruktion mechanisch statt durch Durchnässung.
Welche Pavillongröße ist für ein Festival richtig?
3 × 3 Meter. Neun Quadratmeter passen neben die Zelte auf eine normale Parzelle, der Hersteller gibt dafür 18 Steh- oder 12 Sitzplätze an, und viele Campingordnungen begrenzen die Grundfläche ohnehin in dieser Größenordnung. 3 × 4,5 und 3 × 6 Meter brauchen eine zusammenhängende freie Fläche, die am Freitagabend auf einem belegten Platz nicht mehr zu finden ist — und sie verdoppeln die Windangriffsfläche.
Warum gibt es keine Faltpavillons in 3×4 Metern?
Weil die Baureihen der Hersteller von 3 × 3 direkt auf 3 × 4,5 Meter springen. Der Suchbegriff „Pavillon 3×4″ führt deshalb überwiegend zu festen Partyzelten und Gartenpavillons, die sich nicht zusammenfalten lassen und einen völlig anderen Aufbau haben. Wer einen transportablen Pavillon sucht und bei 3 × 4 landet, sollte 3 × 4,5 vergleichen.
Ist ein Pavillon auf dem Festival erlaubt?
In der Regel ja, aber begrenzt. Viele Campingordnungen erlauben eine Grundfläche in der Größenordnung von 3 × 3 Metern und verlangen, dass Feuerwehrgassen frei bleiben. Verbindlich ist immer die Ordnung des Veranstalters. Für angemeldete öffentliche Veranstaltungen kommt ein zweiter Punkt hinzu: Dort wird üblicherweise ein Brandschutznachweis nach DIN 4102-B1 oder EN 13501-1 verlangt — die Bezeichnung „schwer entflammbar“ ohne Zertifikatsnummer genügt dafür nicht.
Weiterlesen
- Nach Größe: 3×3 · 3×4 · 4×4 · 3×6
- Nach Frage: Faltpavillon · Stahl oder Aluminium · wasserdicht · befestigen · Ballastrechner
- Campingordnung — was auf dem Zeltplatz erlaubt ist
- Regenausrüstung — warum das Dach schräg gehört
- Hitze im Zelt — Schatten ist die wirksamste Maßnahme überhaupt
- Anreise und Aufbau — die Reihenfolge am ersten Tag
- Wassersäulen-Checker — die Norm, die bei Pavillons fehlt
