Beim Kunstfasersack kann man beim Waschen wenig falsch machen. Bei Daune ist fast jeder Schritt eine Stelle, an der ein teurer Schlafsack unbrauchbar wird.
Warum Daune anders ist
Eine Daune wärmt nicht durch Material, sondern durch die Luft, die sie einschließt. Ihre feinen Verästelungen halten sich gegenseitig auf Abstand — das ist die Bauschkraft, gemessen als Fillpower.
Nass passiert zweierlei:
- Die Verästelungen kleben aneinander. Aus tausenden einzelnen Daunen werden wenige Klumpen.
- Ohne Bewegung trocknen sie in diesem Zustand fest. Und dann bleiben sie so.
Daraus folgt die wichtigste Regel: Daune muss in Bewegung trocknen. Alles andere an dieser Seite ist Nebensache.
Vorher: muss er wirklich in die Maschine?
Dieselbe Frage wie beim Kunstfasersack, nur mit mehr Nachdruck. Ein Inlett nimmt den Hautkontakt auf und wird für sich gewaschen. Lüften löst Geruch. Einmal in zwei bis drei Jahren ist bei normaler Nutzung realistisch.
Waschen
- Daunenwaschmittel, kein normales Feinwaschmittel. Daune trägt einen natürlichen Fettanteil, der sie geschmeidig und bauschfähig hält. Normale Tenside lösen ihn heraus — die Daune wird spröde und bricht.
- Kein Weichspüler. Er verklebt genau die Verästelungen, auf die es ankommt.
- 30 °C, Fein- oder Wollprogramm, Reißverschlüsse geschlossen.
- Zwei bis drei Spülgänge. Daune hält Waschmittel hartnäckig fest, und Reste verkleben sie.
- Schleudern bei höchstens 400 Umdrehungen, dafür zwei- bis dreimal. Mehrfach sanft schleudern bringt mehr Wasser heraus als einmal stark — und belastet die Kammernähte weniger.
- Nie am Bügel oder an der Leine aufhängen. Ein nasser Daunenschlafsack wiegt ein Vielfaches des trockenen, und dieses Gewicht hängt dann an den dünnen Innenstegen der Kammern. Die reißen.
- Zum Herausnehmen von unten stützen, nicht an einem Ende aus der Trommel ziehen.
Trocknen: der eigentliche Vorgang
Hier entscheidet sich, ob der Schlafsack die Wäsche übersteht.
- Trockner auf niedrigster Temperaturstufe, Schonprogramm. Hitze schadet der Daune.
- Drei Bälle dazu — Tennisbälle oder Trocknerbälle. Sie schlagen die Klumpen im Lauf des Programms auf. Das ist der Schritt, der über das Ergebnis entscheidet.
- Drei bis fünf Stunden, in mehreren Durchgängen. Zwischendurch herausnehmen und Klumpen mit den Fingern auseinanderziehen.
- Großer Trockner. In einer vollen Trommel bewegt sich nichts; im Zweifel in den Waschsalon.
- Lieber zu lange als zu kurz. Restfeuchte im Inneren riecht nach zwei Tagen und schimmelt im Packsack.
Ohne Trockner: Es geht, dauert aber Tage und verlangt, dass man den Sack alle ein bis zwei Stunden flach ausbreitet und die Füllung mit den Händen durchknetet. Wer das nicht durchhält, bekommt einen Sack mit Klumpen. Das ist der Grund, warum der Trockner hier nicht als Komfort gilt.
Daunen am falschen Platz
Nach dem Trocknen hängt die Füllung oft ungleichmäßig. Das lässt sich reparieren: Den Sack flach legen und die Daunen mit flachen Händen innerhalb einer Kammer verteilen. Zwischen Kammern geht es nicht — dafür sind die Stege da.
Danach: lagern
Unkomprimiert, im großen Netzsack oder über einem Bügel, trocken und dunkel. Der Kompressionssack ist für den Transport da, nicht für den Schrank — monatelang zusammengepresste Daune kommt nicht mehr vollständig zurück. Mehr dazu unter Ausrüstung einlagern.
Was wir noch nicht wissen
- Wie viel Fillpower eine Wäsche kostet. Eine Messung nach Norm bräuchte einen Prüfzylinder — das Gerät steht nicht auf unserer Anschaffungsliste.
- Ob eine fachgerechte Wäsche die Bauschkraft wiederherstellt. Reinigungen werben damit, Belege dafür haben wir nicht gefunden.
- Welche Modelle in unserem Daunenfeld ausdrücklich trocknergeeignet sind. Angegeben ist es bei einer Minderheit.
Häufige Fragen
Kann man einen Daunenschlafsack in die Waschmaschine geben?
Ja, mit Daunenwaschmittel bei 30 Grad im Fein- oder Wollprogramm, zwei bis drei Spülgängen und höchstens 400 Umdrehungen beim Schleudern. Entscheidend ist aber nicht die Wäsche, sondern das Trocknen: Nasse Daune verklumpt, und wenn sie ohne Bewegung trocknet, bleibt sie so. Deshalb gehört ein Trockner mit drei Bällen dazu.
Warum braucht Daune ein spezielles Waschmittel?
Weil Daune einen natürlichen Fettanteil trägt, der sie geschmeidig und bauschfähig hält. Normale Tenside lösen ihn heraus, und die Daune wird spröde und bricht. Weichspüler ist noch schlechter: Er verklebt genau die feinen Verästelungen, die die Luft einschließen und damit die Wärmeleistung ausmachen.
Warum kommen Tennisbälle in den Trockner?
Weil sie die Klumpen aufschlagen. Nasse Daunen kleben aneinander, und drei Bälle lösen sie im Lauf des Programms wieder auseinander. Ohne sie trocknet die Füllung als Klumpen fest und verliert dauerhaft Bauschkraft. Gerechnet wird mit drei bis fünf Stunden auf niedrigster Stufe, in mehreren Durchgängen, zwischendurch die Klumpen mit den Fingern auseinanderziehen.
Darf man einen nassen Daunenschlafsack aufhängen?
Nein. Ein nasser Daunenschlafsack wiegt ein Vielfaches des trockenen, und am Bügel oder an der Leine hängt dieses Gewicht an den dünnen Innenstegen der Kammern — die reißen. Zum Herausnehmen aus der Trommel den Sack von unten stützen, nicht an einem Ende herausziehen, und zum Trocknen flach legen oder in den Trockner geben.
