Auf der Powerbank stehen Milliamperestunden, auf der Autobatterie Amperestunden, auf der Powerstation Wattstunden. Drei Angaben für dieselbe Frage — und nur eine davon ist vergleichbar.
Der Unterschied in einem Satz
Amperestunden messen Ladung, Wattstunden messen Energie.
Eine Ladungsmenge sagt nur dann etwas über die nutzbare Energie, wenn man weiß, bei welcher Spannung sie anliegt. Die Formel dazu ist so einfach, dass sie auf jede Verpackung passen würde:
Wattstunden = Amperestunden × Volt
Warum das praktisch zählt
| Angabe | Spannung | Energie |
|---|---|---|
| Powerbank, 20.000 mAh | 3,7 V (Zelle) | 74 Wh |
| Autobatterie, 70 Ah | 12 V | 840 Wh |
| Powerstation, 256 Wh | — | 256 Wh |
Die Autobatterie hat also gut das Elffache der Powerbank, obwohl ihre Zahl (70) kleiner aussieht als 20.000. Das ist der ganze Punkt: Amperestunden lassen sich nur innerhalb derselben Spannung vergleichen.
Die Falle bei Powerbanks
Die aufgedruckten Milliamperestunden gelten für die Zellspannung von 3,7 Volt. Am USB-Anschluss liegen aber 5 Volt an. Umgerechnet:
- 20.000 mAh × 3,7 V = 74 Wh — die tatsächlich gespeicherte Energie.
- 74 Wh ÷ 5 V = 14.800 mAh — rechnerisch am Ausgang.
- Nach Wandlungsverlusten etwa 12.000 mAh — was am Gerät ankommt.
Beide Zahlen stimmen. Sie beziehen sich nur auf verschiedene Punkte im Gerät. Durchrechnen lässt sich das im Powerbank-Rechner.
Wo nur Wattstunden zählen
Im Flugzeug
Die Grenzen im Handgepäck sind in Wattstunden definiert, nicht in Milliamperestunden: bis 100 Wh ohne Genehmigung, 100 bis 160 Wh nur mit Zustimmung, darüber verboten. Eine Powerbank mit 27.000 mAh liegt bei rund 100 Wh — also genau an der Grenze. Details unter Powerbank im Flugzeug.
Beim Rechnen mit Verbrauchern
Ein Gerät zieht Watt. Über die Zeit ergibt das Wattstunden — und nur damit lässt sich rechnen:
- Kompressorkühlbox, 50 W bei 30 Prozent Laufzeit: 360 Wh am Tag
- Campinglampe, 3 W über 5 Stunden: 15 Wh
- Vier Handys: rund 60 Wh
Mit Amperestunden ginge dieselbe Rechnung nur, wenn alle Geräte bei derselben Spannung liefen. Tun sie nicht. Der Batterielaufzeit-Rechner rechnet deshalb durchgängig in Wattstunden.
Die zweite Zahl, die fehlt: die nutzbare Energie
Eine Batterie gibt nie ihre volle rechnerische Kapazität ab, ohne Schaden zu nehmen. Die übliche Entladetiefe:
| Bauart | nutzbar | 70 Ah bei 12 V ergeben |
|---|---|---|
| Starterbatterie | rund 30 % | rund 250 Wh |
| Versorgungsbatterie (AGM, Gel) | rund 50 % | rund 420 Wh |
| LiFePO4 | rund 90 % | rund 760 Wh |
Deshalb springt das Auto am Sonntag nicht an: Von den 840 Wattstunden sind rund 250 nutzbar, und die Kühlbox braucht 360 am Tag. Die ganze Rechnung steht unter Autobatterie leer.
Was beim Kauf zählt
- Wattstunden suchen, nicht Milliamperestunden. Steht nur mAh da, selbst umrechnen — die Zellspannung ist fast immer 3,7 V.
- Nutzbare Energie abschätzen, nicht die rechnerische.
- Leistung und Energie trennen. Watt sagt, was gleichzeitig läuft. Wattstunden sagen, wie lange. Eine Station mit 2.000 W und 500 Wh treibt viel an — aber kurz. Mehr dazu unter X-Boost und Anlaufstrom.
Was wir noch nicht wissen
- Die Zellspannung einzelner Powerbanks. 3,7 V ist die übliche Annahme, manche Geräte nutzen Zellen mit 3,6 oder 3,85 V — genannt wird es fast nie.
- Der tatsächliche Wandlungsverlust je Gerät. Unsere 15 bis 20 Prozent sind Erfahrungswerte, keine Herstellerangaben.
- Die nutzbare Kapazität je Batteriealter. Die Entladetiefen stammen aus der Fachliteratur, nicht aus einer Norm.
Häufige Fragen
Wie rechnet man mAh in Wattstunden um?
Milliamperestunden durch 1.000 teilen und mit der Spannung multiplizieren. Bei einer Powerbank gilt die Zellspannung von 3,7 Volt: 20.000 mAh ergeben 20 Ah × 3,7 V = 74 Wattstunden. Die Formel lautet allgemein Wattstunden = Amperestunden × Volt. Ohne die Spannung ist eine Amperestundenangabe keine Energiemenge und mit anderen Geräten nicht vergleichbar.
Warum hat eine 70-Ah-Autobatterie mehr als eine 20.000-mAh-Powerbank?
Wegen der Spannung. Die Powerbank speichert bei 3,7 Volt, also 74 Wattstunden. Die Autobatterie speichert bei 12 Volt, also 840 Wattstunden — gut das Elffache, obwohl ihre Zahl kleiner aussieht. Amperestunden lassen sich nur innerhalb derselben Spannung vergleichen, Wattstunden immer.
Welche Zahl gilt im Flugzeug?
Wattstunden. Die Grenzen im Handgepäck sind in Wh definiert: bis 100 Wh ohne Genehmigung, 100 bis 160 Wh nur mit Zustimmung der Fluggesellschaft, darüber verboten. Milliamperestunden sind dafür nutzlos, weil sie ohne Spannung keine Energiemenge beschreiben. Eine Powerbank mit 27.000 mAh liegt bei rund 100 Wattstunden und damit genau an der ersten Grenze.
Wie viel einer Batterie kann man wirklich nutzen?
Je nach Bauart sehr unterschiedlich: von einer Starterbatterie rund 30 Prozent, von einer Versorgungsbatterie aus AGM oder Gel rund 50, von LiFePO4 rund 90. Eine 70-Ah-Starterbatterie hat rechnerisch 840 Wattstunden, nutzbar sind davon etwa 250. Eine Kompressorkühlbox braucht 360 am Tag — das reicht nicht einmal für einen.
