Die Frage taucht auf, weil beide Geräte dasselbe Problem lösen: Strom auf einer Wiese. Die Antwort fällt trotzdem gegensätzlich aus.
Der Unterschied ist nicht der Strom
| Stromerzeuger | Powerstation | |
|---|---|---|
| Abgase | ja, inklusive Kohlenmonoxid | keine |
| Lärm | dauerhaft, deutlich hörbar | 20 bis 45 dB, nur unter Last |
| Kraftstoff | Benzin, brennbar, muss gelagert werden | keiner |
| Brandlast | hoch | gering, aber vorhanden |
| Campingordnung | fast überall verboten | fast überall erlaubt |
Die drei Gründe für das Generatorverbot sind Abgas, Lärm und Brandgefahr — und auf keinen davon trifft eine Powerstation zu. Deshalb wird sie in Campingordnungen in aller Regel nicht erwähnt: Sie fällt unter „haushaltsübliche Geräte“ wie eine Powerbank oder ein Ladegerät.
Der Punkt, der schwerer wiegt als jedes Verbot: Verbrennungsmotoren erzeugen Kohlenmonoxid. Ein Generator neben oder in einem Vorzelt ist lebensgefährlich, weil CO geruchlos ist und sich in geschlossenen Räumen sammelt — mehr unter Kohlenmonoxidmelder.
Was trotzdem in der Campingordnung stehen kann
Verbindlich ist immer die Campingordnung des jeweiligen Veranstalters. Regelungen, die eine Powerstation betreffen können:
- Stromentnahme aus Verteilern. Wer seine Station am Platzverteiler lädt, entnimmt Strom — das ist oft kostenpflichtig oder nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt.
- Verbot größerer Anlagen. Manche Ordnungen begrenzen Geräte nach Größe oder Leistung; das zielt meist auf Musikanlagen, kann aber weit gefasst sein.
- Solarpanels. Große aufgestellte Panels können als Aufbauten gelten und in Ruhe- oder Rettungswegen untersagt sein.
- Kabel über Wegen. Praktisch immer untersagt, aus naheliegenden Gründen — siehe Stromkabel auf dem Campingplatz.
Laden auf dem Gelände
- Am Verteiler nur, wo es erlaubt ist. Und dann mit passendem Kabel, vollständig abgerollt.
- Über Solar, wenn es keinen Landstrom gibt. Ein 100-W-Panel liefert real oft 50 bis 70 Watt, über acht Sonnenstunden also 400 bis 560 Wattstunden.
- Im Auto während der Fahrt, wenn die Station einen 12-V-Eingang hat. Aber Vorsicht mit der Absicherung der Bordsteckdose — die Rechnung steht unter Wechselrichter.
- Nicht im Zelt laden. Nicht wegen CO, sondern wegen Wärme und Brandlast: Eine ladende Station gehört an einen belüfteten Ort, an dem sie beobachtet werden kann.
Sicherheit auf der Wiese
- Nicht in der prallen Sonne. Lithiumzellen mögen keine Hitze, und ein Zeltvorraum erreicht über 40 Grad — siehe Hitze im Zelt.
- Nicht im Wasser stehend. Praktisch keine Powerstation in unserem Vergleich nennt eine IP-Schutzart. Sie gehört erhöht und trocken.
- Nicht abdecken. Die Lüfter brauchen Luft; eine zugedeckte Station staut Wärme.
- Beschädigte Geräte nicht benutzen. Aufgeblähtes Gehäuse, ungewöhnliche Erwärmung oder Geruch sind Abbruchkriterien.
- Nachts nicht unbeaufsichtigt laden, wenn es sich vermeiden lässt.
Das Geräuschargument
Die Stationen in unserem Feld nennen 20 bis 45 Dezibel — ohne Angabe, bei welcher Last und in welchem Abstand gemessen wurde. Trotzdem ist die Größenordnung eindeutig: Das ist Kühlschrankniveau und nur unter Last.
Ein Generator läuft dagegen dauerhaft und deutlich lauter. Auf einem Zeltplatz mit Nachtruhe ab 22 Uhr ist das der praktische Grund, warum Powerstations akzeptiert sind und Generatoren nicht — dieselbe Abwägung wie bei Musikanlagen.
Was wir noch nicht wissen
- Wie viele deutsche Festivals Stromentnahme reglementieren. Wir fragen das bei den Veranstaltern ab — zusammen mit Landstrom, Grillregeln und Entsorgungsstation.
- Die Messbedingung der Geräuschangaben. 20 gegen 45 dB ist ein großer Unterschied, und keine Herstellerangabe nennt Last oder Abstand.
- Die IP-Schutzart der Powerstations. In unserem Feld praktisch nicht angegeben, obwohl die Geräte draußen stehen.
Häufige Fragen
Darf man eine Powerstation auf dem Campingplatz benutzen?
In aller Regel ja. Campingordnungen verbieten Stromerzeuger wegen Abgasen, Lärm und Brandgefahr — auf keinen dieser drei Punkte trifft eine Powerstation zu, weshalb sie meist unter „haushaltsübliche Geräte“ fällt und gar nicht erwähnt wird. Reglementiert sein kann dagegen die Stromentnahme aus Platzverteilern, und große aufgestellte Solarpanels können als Aufbauten gelten. Verbindlich ist die Campingordnung des Veranstalters.
Warum sind Generatoren auf Festivals verboten?
Wegen Abgasen, Lärm und Brandgefahr — und der erste Punkt wiegt am schwersten: Verbrennungsmotoren erzeugen Kohlenmonoxid, das geruchlos ist und sich in geschlossenen Räumen sammelt. Ein Generator neben oder in einem Vorzelt ist lebensgefährlich. Dazu kommt der Dauerlärm auf einem Platz mit Nachtruhe und die Brandlast durch den Kraftstoff, der zusätzlich gelagert werden muss.
Wie laut ist eine Powerstation?
Die Hersteller in unserem Feld nennen 20 bis 45 Dezibel — allerdings ohne anzugeben, bei welcher Last und in welchem Abstand gemessen wurde. Die Größenordnung ist trotzdem eindeutig: Das ist Kühlschrankniveau, und die Lüfter laufen nur unter Last. Ein Generator läuft dagegen dauerhaft und deutlich lauter, und genau das ist auf einem Platz mit Nachtruhe der praktische Unterschied.
Darf eine Powerstation im Zelt geladen werden?
Besser nicht — nicht wegen Kohlenmonoxid, sondern wegen Wärme und Brandlast. Eine ladende Station gehört an einen belüfteten Ort, an dem sie beobachtet werden kann, nicht in die Apsis neben den Schlafsack. Dazu kommt: In der prallen Sonne mögen Lithiumzellen keine Hitze, und ein Zeltvorraum erreicht im Sommer über 40 Grad. Abgedeckt werden darf sie ebenfalls nicht, weil die Lüfter Luft brauchen.
