Beim ersten Mal wird fast immer dasselbe falsch gewichtet: zu viel Geld für die Musik, zu wenig Gedanken an den Schlaf. Diese Seite sortiert es in der Reihenfolge, in der es wirklich zählt.
Die vier Dinge, die ein Wochenende entscheiden
- Schlaf. Drei Nächte schlecht schlafen ruiniert jedes Programm. Isolation nach unten ist dabei wichtiger als der Schlafsack — warum, steht unter R-Wert erklärt.
- Trocken bleiben. Nicht nur man selbst, sondern auch das Zelt und der Schlafsack. Ein nasser Schlafsack ist am Samstag nicht mehr zu retten.
- Der Transport. Vom Parkplatz zum Zeltplatz sind es oft anderthalb Kilometer über eine Wiese. Was man nicht tragen kann, nützt nichts.
- Der Zeltplatz selbst. Die Stelle, auf der das Zelt steht, entscheidet über Lärm, Nässe und Hitze — siehe Zeltplatz auswählen.
Alles andere ist Komfort. Angenehm, aber nicht der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Wochenende.
Was wirklich mitmuss
| Bereich | Was | warum |
|---|---|---|
| Schlafen | Zelt, Isomatte, Schlafsack | die Basis |
| Trocken | Regenjacke, Gummistiefel, Müllsäcke | Regen ist wahrscheinlicher als Sonne |
| Transport | Bollerwagen oder großer Rucksack | einmal hin, einmal zurück |
| Trinken | Wasserkanister | Wasserstellen sind weit und voll |
| Strom | Powerbank | Handy ist Treffpunkt und Ticket |
| Gesundheit | Erste-Hilfe-Set, Sonnenschutz | Blasen und Sonnenbrand sind der Normalfall |
| Ohren | Gehörschutz | auch nachts auf dem Zeltplatz |
Die vollständige Liste zum Abhaken steht in der interaktiven Packliste.
Was man weglassen kann
- Die große Musikanlage. Sie ist schwer, sie ist teuer, und sie ist nachts verboten — siehe Regeln für Musikboxen. Eine kleine Box reicht für den eigenen Kreis.
- Der Grill. Auf vielen Geländen verboten, und Essen gibt es vor Ort. Wenn doch, dann die Regeln lesen.
- Kochgeschirr für vier Gänge. Ein Becher, ein Teller, ein Besteck — mehr wäscht niemand ab, siehe Campinggeschirr.
- Zu viel Kleidung. Zwei Wechsel plus etwas Warmes für nachts.
- Wertsachen. Was nicht mit muss, bleibt zu Hause — der Rest gehört gesichert, siehe Wertsachen sichern.
- Glas. Auf fast allen Geländen verboten.
Die Fehler, die alle beim ersten Mal machen
- Das Zelt in der Senke aufbauen. Sie ist die einzige freie Fläche, weil sie bei Regen zum Teich wird.
- Zu spät anreisen. Wer freitagabends kommt, bekommt den Platz neben der Toilette. Details unter Anreise und Aufbau.
- Den Pavillon nicht beschweren. Ein unbeschwerter Pavillon fliegt bei Bft 6 — der Ballastrechner zeigt, wie viel Kilo nötig sind.
- Bis mittags im Zelt liegen bleiben. Ein Zelt in der Sonne erreicht über 40 Grad, siehe Hitze im Zelt. Der häufigste Grund, warum Leute am zweiten Tag umkippen — was dann zu tun ist, steht unter Hitzschlag erkennen.
- Zu wenig trinken. Wasser, nicht nur Bier.
- Das Handy leer. Ohne Handy gibt es keinen Treffpunkt und oft kein Ticket.
- Das nasse Zelt zu Hause im Sack lassen. Nach vier Tagen ist es schwarz, siehe Zelt trocknen.
Die Planung in der richtigen Reihenfolge
- Wer kommt mit, wie wird angereist. Das bestimmt, wie viel Gepäck möglich ist.
- Die Campingordnung lesen. Was ist erlaubt — Grill, Glas, Pavillon, Musik, Strom? Alles Weitere hängt davon ab.
- Zelt und Schlafplatz. Wie viele Personen, wie viel Platz — der Zeltgrößen-Rechner rechnet es aus.
- Was gemeinsam genutzt wird. Pavillon, Kühlbox, Wasserkanister braucht niemand doppelt.
- Der Transport. Erst jetzt weiß man, wie viel Masse zusammenkommt — Zuladungsrechner.
- Strom. Powerbank reicht meist; wer eine Kühlbox betreiben will, braucht mehr — Batterielaufzeit-Rechner.
- Die Packliste abhaken.
Der zweite Punkt kommt vor allen Kaufentscheidungen. Ein Pavillon, der nicht aufgestellt werden darf, ist das teuerste Stück Stoff im Auto.
Wie viel Geld nötig ist
Eine Grundausstattung, die drei Tage trägt, ist günstiger als oft angenommen — teuer wird es durch Fehlkäufe, nicht durch das Nötige.
- Leihen statt kaufen. Beim ersten Mal von Freunden leihen, danach gezielt kaufen, was gefehlt hat.
- Beim Schlafen nicht sparen. Das ist der Bereich mit dem größten Unterschied zwischen billig und brauchbar.
- Bei Stuhl und Tisch ruhig sparen. Der Unterschied ist kleiner, als er aussieht — siehe Discounter oder Marke.
- Nichts kaufen, was nur für ein Szenario taugt. Was auch beim Camping, im Garten oder auf Reisen funktioniert, rechnet sich schneller.
Am Ende: wieder mitnehmen
Der Rückweg ist der Teil, den beim ersten Mal niemand einplant. Alles ist nass, schwerer und schlechter verpackt als bei der Anreise. Wer dafür keinen Plan hat, lässt Sachen stehen — und genau daraus entsteht das, was unter Müll auf dem Zeltplatz beschrieben ist.
Was beim Abbau hilft und in welcher Reihenfolge es geht, steht unter Abbau und Abreise. Und was mit dem Pfand passiert, unter Pfandsystem.
Was wir noch nicht wissen
- Welche Regeln auf welchem Festival gelten. Grill, Glas, Pavillon, Musik, Strom, Pfand — wir erfassen das gerade bei den Veranstaltern, weil es sich erheblich unterscheidet.
- Wie weit die Wege vom Parkplatz zum Zeltplatz sind. Die Angabe fehlt bei fast allen Festivals, obwohl sie über die Transportplanung entscheidet.
- Ob es vor Ort Wasserstellen mit Trinkwasserqualität gibt. Oft ja, angekündigt wird es selten.
Häufige Fragen
Was braucht man für sein erstes Festival wirklich?
Vier Dinge entscheiden das Wochenende: ein Schlafplatz mit Isolation nach unten, Regenschutz für sich und die Ausrüstung, eine Transportlösung für den oft anderthalb Kilometer langen Weg vom Parkplatz, und ein gut gewählter Zeltplatz. Konkret heißt das Zelt, Isomatte, Schlafsack, Regenjacke, Gummistiefel, Bollerwagen oder großer Rucksack, Wasserkanister, Powerbank, Erste-Hilfe-Set und Gehörschutz. Alles andere ist Komfort.
Was kann man fürs erste Festival zu Hause lassen?
Die große Musikanlage — sie ist schwer, teuer und nachts ohnehin verboten; eine kleine Box reicht für den eigenen Kreis. Ebenso den Grill, der auf vielen Geländen untersagt ist, Kochgeschirr über Becher, Teller und Besteck hinaus, mehr als zwei Kleidungswechsel plus etwas Warmes für nachts, Wertsachen und Glas, das fast überall verboten ist.
Welche Fehler macht man beim ersten Festival?
Der häufigste ist das Zelt in der Senke — sie ist die einzige freie Fläche, weil sie bei Regen zum Teich wird. Dazu kommen zu späte Anreise, ein unbeschwerter Pavillon, der bei Windstärke 6 wegfliegt, und bis mittags im Zelt liegen bleiben: In der Sonne werden dort über 40 Grad erreicht, und das ist der häufigste Grund, warum Leute am zweiten Tag umkippen. Und: das nasse Zelt zu Hause im Sack lassen — nach vier Tagen ist es schwarz.
In welcher Reihenfolge plant man ein Festival?
Zuerst, wer mitkommt und wie angereist wird — das bestimmt die mögliche Gepäckmenge. Dann die Campingordnung lesen, denn Grill, Glas, Pavillon, Musik und Strom entscheiden über jede weitere Anschaffung. Danach Zelt und Schlafplätze festlegen, klären was gemeinsam genutzt wird, den Transport planen, den Strombedarf prüfen und zuletzt die Packliste abhaken. Punkt zwei kommt vor allen Kaufentscheidungen.
Wo sollte man beim ersten Festival nicht sparen?
Beim Schlafen. Dort ist der Unterschied zwischen billig und brauchbar am größten, und drei schlechte Nächte ruinieren jedes Programm — die Isolation nach unten zählt dabei mehr als der Schlafsack. Bei Stuhl und Tisch lässt sich dagegen gut sparen. Sinnvoll ist außerdem, beim ersten Mal zu leihen und danach gezielt zu kaufen, was gefehlt hat.
